/ 20.06.2013
Karl Hugo Pruys
Helmut Kohl - Der Mythos vom Kanzler der Einheit
Berlin: edition q 2004; 136 S.; geb., 16,80 €; ISBN 3-86124-586-8Helmut Kohl, der Kanzler der Einheit, der sich selbst stilisiert als einer, der immer die deutsche Einheit gewollt hat, wird der Prozess gemacht: ein Indizienprozess, dem das Geständnis fehlt. Als Ankläger tritt auf: Karl Hugo Pruys, in den 70er-Jahren Parteisprecher der CDU und Helmut-Kohl-Biograf: „Helmut Kohl wollte die deutsche Einheit - nicht! Er glaubte sie vielmehr fürchten zu müssen, weil sie womöglich Gefahr für seine politische Führungsrolle bedeutete“ (15). Als Indizien gelten ihm u. a. die Erhöhung der Transitpauschale 1988 und ihre Festschreibung auf zehn Jahre, wie auch das Angebot von Wirtschaftshilfe für die DDR von November 1989. Während diese Indizien häufig wiederholt werden, wird entlastendes Material nicht einmal erwähnt, Pruys' Zeugen werden nicht kritisch hinterfragt und der Kontext des Geschehens bleibt unberücksichtigt.
Heinz-Werner Höffken (HÖ)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
Rubrizierung: 2.3 | 2.315
Empfohlene Zitierweise: Heinz-Werner Höffken, Rezension zu: Karl Hugo Pruys: Helmut Kohl - Der Mythos vom Kanzler der Einheit Berlin: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22611-helmut-kohl---der-mythos-vom-kanzler-der-einheit_25796, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 25796
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
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