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/ 21.06.2013
Tanja Klenk

Innovation und Kontinuität. Die Organisationsreform in der gesetzlichen Rentenversicherung

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2008; 228 S.; brosch., 39,90 €; ISBN 978-3-531-15817-4
Diss. Bremen. – Mit dem 2005 in Kraft getretenen „Gesetz zur Organisationsreform in der gesetzlichen Rentenversicherung (RVOrgG)“ wurde die bis dahin bestehende Differenzierung zwischen Arbeitern und Angestellten aufgehoben und die verschiedenen Rentenversicherungsträger in der Deutschen Rentenversicherung wurden zusammengeschlossen. Von den Reformbeteiligten wird dieser Schritt als „historische Weichenstellung“ und als „Beweis für die Stärke und die Problemlösungsfähigkeit der Selbstverwaltung“ (12) in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) betrachtet. Diese Einschätzung überrascht nicht nur, weil sie im Widerspruch zur Wahrnehmung der GRV sowohl in der fachwissenschaftlichen als auch in der breiten öffentlichen Diskussion steht, schreibt die Autorin, sondern der „Organisationsreform ging immerhin ein gut 15-jähriger Verhandlungsprozess voraus, der von zahlreichen Konflikten [...], Blockaden und Phasen des Stillstands geprägt war“ (13). Inwiefern kann hier also von erfolgreicher Selbstreform der Selbstverwaltung gesprochen werden? Klenk rekonstruiert die Entstehung und den Verlauf des Organisationsreformprozesses aus der Perspektive des historischen Institutionalismus. Danach gelten Institutionen als äußerst stabil und Veränderungen sind nur innerhalb bestimmter Pfade möglich. Vor diesem Hintergrund werden zunächst die Institutionengeschichte der GRV sowie die Zuständigkeitsreglungen und Trägerstrukturen des neuen Organisationsmodells dargestellt. Indem institutionelle Strukturen als Ergebnis bestimmter Macht- und Interessenlagen verstanden werden, finden die Akteurskonstellationen und die Form der Entscheidungsfindung in der anschließenden Analyse des Politikprozesses besondere Beachtung. Ihre erkenntnisleitende Frage nach dem Verhältnis von Innovation und Kontinuität beantwortet Klenk am Ende folgendermaßen: „Die Innovationsimpulse, die von dem neuen Organisationsmodell ausgehen, sind möglicherweise geringer als zum gegenwärtigen Zeitpunkt [...] allgemein erwartet.“ (202)
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.342 Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Tanja Klenk: Innovation und Kontinuität. Wiesbaden: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/28978-innovation-und-kontinuitaet_34216, veröffentlicht am 23.07.2008. Buch-Nr.: 34216 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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