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/ 19.06.2013
Hans-Werner Sinn

Ist Deutschland noch zu retten?

München: Econ 2003; 499 S.; 3., korr. Aufl.; geb., 25,- €; ISBN 3-430-18533-5
„Kompliziert zu schreiben ist einfach, doch einfach zu schreiben und dabei zugleich auf dem festen Boden des Fachwissens zu bleiben ist schwer." (487) Sinn, Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung in München, gelingt dieser Spagat durchgehend bei seiner nach Eigenaussage oft „frechen" (487) und doch immer treffsicheren Analyse der deutschen Wirtschaftskrise. Zunächst zeigt Sinn, wie Deutschland zum Schlusslicht in Europa wurde, um dann dem „kranke[n] Mann" (13) den Finger in die offenen Wunden zu legen: Die Hochlohnpolitik der Gewerkschaften sowie Lohnersatzleistungen des Sozialstaats als wahre Gründe der Massenarbeitslosigkeit, die ungelöste Dauerkrise im Osten, Staatsverschuldung, demografische Krise und schließlich grundsätzliche Chancen und reelle Risiken von EU-Erweiterung und EU-Verfassung. Sinns schonungslose Analyse nimmt keine Rücksicht auf heilige Kühe der deutschen Konsensgesellschaft, dennoch endet er optimistisch mit einem „Programm für den Neuanfang" (10).
Sebastian Galka (SGA)
Doktorand, Institut für Sozialwissenschaften (Bereich Politikwissenschaft), Universität Kiel.
Rubrizierung: 2.32.3423.2 Empfohlene Zitierweise: Sebastian Galka, Rezension zu: Hans-Werner Sinn: Ist Deutschland noch zu retten? München: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20524-ist-deutschland-noch-zu-retten_23936, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 23936 Rezension drucken
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