/ 11.06.2013
Birgit Hanny
Italienische Reformen für die Europapolitik. Anpassungsversuche im europäischen Mehrebenensystem seit 1987
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 1999 (Italien in Geschichte und Gegenwart 11); 182 S.; brosch., 65,- DM; ISBN 3-631-33712-4Überarb. Magisterarbeit Köln; Gutachter: W. Wessels. - Die "legge Fabbri" über die Koordinierung der Politiken bezüglich der Zugehörigkeit Italiens zu den Europäischen Gemeinschaften sowie die Anpassung der inneren Ordnung an die normative gemeinschaftliche Akte und die "legge La Pergola", die "Allgemeinen Bestimmungen über die Beteiligung Italiens am normativen Prozeß der Europäischen Gemeinschaft und über die Prozeduren der Ausführung der daraus erwachsenden Verpflichtungen" (11) bilden den Auftakt einer Reihe von Reformversuchen in den 80er und 90er Jahren, die die Umsetzung von EG-Rechtsakten, die Nutzung gemeinschaftlicher Programme verbessern und den Einfluß in den Entscheidungsprozessen der Gemeinschaft steigern sollten. Denn so populär die Integration Europas bei der Bevölkerung sowie der wirtschaftlichen und politischen Elite auch war, gab es hier Defizite. Das Buch untersucht daher die "Reformversuche nationaler Strukturen in der EG-Politik Italiens mittels Gesetz vorwiegend in der Zeit zwischen 1987 und 1990 und auf deren Wirkungen und Folgen bis heute" (12 f.): "warum solche Versuche der gesetzlichen Reorganisation der italienischen Beteiligung an europäischen Entscheidungsprozessen zustande kamen, wie sie abliefen und was sie bewirkten" (12). "Die Autorin gelangt zu dem Schluß, daß italienische Mehrebenenakteure nach der Strategie des pragmatischen Opportunismus handeln." (letzte Umschlagseite)
Inhaltsübersicht: II. Das italienische politische System als Teil des europäischen Mehrebenensystems: 1. Politische Systeme, ihre Akteure und die Systemanpassung; 2. Das Europäische Mehrebenensystem als Mehrebenenumwelt; 3. Der Prozeß der Politikformulierung und -umsetzung im europäischen Mehrebenensystem. III. Italienische Reformversuche in der Vorbereitung und Umsetzung von Europapolitik seit 1987: 1. Charakteristika der italienisch-europäischen System-Umwelt-Beziehung; 2. Italiens institutionelle kollektive Akteure in der Vorbereitung und Umsetzung von EG-Politik bis 1987; 3. Reformen der internen Vorbereitung und Umsetzung von EG-Politik nach 1987; 4. Italiens institutionelle kollektive Akteure in der Vorbereitung und Umsetzung von EG-Politik nach den Reformen; 5. Die Reaktion auf die Inkorporierungsrückstände: das Instrument der legge communitaria; 6. Zentrale Herausforderung der 90er Jahre: Die Beteiligung Italiens an der Währungsunion.
Heinz-Werner Höffken (Hö)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
Rubrizierung: 2.61 | 3.7 | 3.1
Empfohlene Zitierweise: Heinz-Werner Höffken, Rezension zu: Birgit Hanny: Italienische Reformen für die Europapolitik. Frankfurt a. M. u. a.: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10353-italienische-reformen-fuer-die-europapolitik_12245, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 12245
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
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