/ 04.06.2013
Ute Haese
Katholische Kirche in der DDR. Geschichte einer politischen Abstinenz
Düsseldorf: Patmos Verlag 1998; 237 S.; geb., 49,80 DM; ISBN 3-491-72381-7Die katholische Amtskirche hat sich, so Haese, gegenüber dem SED-Regime durchaus verweigert, was allerdings nicht bedeutet, daß die Kirche den Staat abgelehnt hat. "Ausgangspunkt für das Verhalten der katholischen Kirche in der DDR war ihre weltanschaulich-konzentrierte, an der strukturellen Selbstbehauptung und der Wahrung ihrer Identität orientierte Perspektive. Diese bildete letztlich für alle Bereiche und alle Entscheidungen die Grundlage, was u. a. zur Folge hatte, daß - wie in der Zeit des Nationalsozialismus - auch politische Probleme durch die Bischöfe und ihre kirchenpolitischen Berater fast ausschließlich unter dieser Prämisse beurteilt wurden." (223) Haese zeigt, daß die Amtskirche in diesem Sinne zwar die Partei ablehnte, aber durchaus mit dem Staat zusammenarbeitete, wobei natürlich auch Verbindungen zum Ministerium für Staatssicherheit bestanden. Die auf einer breiten Quellenbasis aufgebaute Studie zeigt deutlich, wie die katholische Amtskirche unfreiwillig zu einem staatsbejahenden Faktor werden konnte, gerade weil sie sich unpolitisch verhalten wollte.
Axel Gablik (AG)
Dr., Historiker.
Rubrizierung: 2.313
Empfohlene Zitierweise: Axel Gablik, Rezension zu: Ute Haese: Katholische Kirche in der DDR. Düsseldorf: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/5566-katholische-kirche-in-der-ddr_7258, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 7258
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Dr., Historiker.
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