/ 05.06.2013
Nina Grunsky
Konsens und Konkordanz. Die Entstehung der ostdeutschen Länderverfassungen im Kontrast zur Reform des Grundgesetzes
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 1998 (Nomos Universitätsschriften: Politik 80); 293 S.; brosch., 79,- DM; ISBN 3-7890-5419-4Diss. Münster; Gutachter: D. Thränhardt. - Die ostdeutschen Länderverfassungen unterscheiden sich deutlich vom Grundgesetz sowie einigen westdeutschen Länderverfassungen, was sich nicht mit den politischen Mehrheitsverhältnissen erklären lässt. Vielmehr sind dafür - so die These der Autorin - unterschiedliche Konfliktregelungsmuster und Spielregeln in den neuen Ländern verantwortlich. Diese fasst sie theoretisch mittels der idealtypischen Unterscheidung von Konkurrenz- und Konkordanzdemokratie, wie sie in der Demokratietheorie beschrieben worden ist und den damit verbundenen klassisch-liberalen vs. pluralistisch-sozialstaatlichen Verfassungsbegriffen. Um ihre These zu überprüfen, vergleicht die Autorin die Entstehung der fünf neuen Länderverfassung mit den Prozessen bei der Grundgesetzreform und kommt zu dem Ergebnis, dass in Ostdeutschland tatsächlich andere Konfliktregelungsmuster dominierten und zudem ein anderes Verfassungsverständnis vorherrschte. Grundlage der Arbeit sind neben den Verfassungen und den Plenardebatten der verschiedenen Organe Protokolle sowie unterschiedliche Drucksachen sowie Interviews mit an der Debatte beteiligten Politikerinnen und Politikern.
Inhaltsübersicht: II. Verfassungsgeschichte und Verfassungsinitiativen; III. Die neuen Länderverfassungen und das reformierte Grundgesetz; IV. Verfassungspolitik in Ostdeutschland; V. Die einigungsbedingte Reform des Grundgesetzes.
Silke Becker (Be)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.325 | 2.315 | 2.32
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Nina Grunsky: Konsens und Konkordanz. Baden-Baden: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8327-konsens-und-konkordanz_10981, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 10981
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
CC-BY-NC-SA