/ 19.06.2013
Annemarie Profanter (Hrsg.)
Kulturen im Dialog/Culture in Dialogo/Cultures in Dialogue. Erstes JungakademikerInnen-Forum in Südtirol/Primo Forum per Neolaureati in Alto Adige/First Forum for Young Graduates in South Tyrol
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2010 (Interkultureller Dialog 1); 176 S.; 31,80 €; ISBN 978-3-631-59374-5Die Autoren des Bandes betrachten verschiedene Teilaspekte des Phänomens der multikulturellen Gesellschaft auf globaler Ebene und in Südtirol. So untersucht Martina Insam die Zollunion zwischen der Türkei und der Europäischen Union aus sozialpolitischer Perspektive. Claudia Lintner erörtert die Probleme ausländischer Patientinnen in Südtiroler Krankenhäusern. Danach unterscheiden sich die Migrantinnen in ihren Wertvorstellungen, Religionen, Biografien und Sprachen fundamental von den Südtiroler Patientinnen. Das Krankenhauspersonal wird täglich mit diesen Unterschieden konfrontiert. Die Autorin plädiert für die interkulturelle Mediation als Lösungsansatz. Die ausländischen Schüler und Schülerinnen, die in Südtirol, der nördlichsten Provinz Italiens, zur Schule gehen, kommen inzwischen aus über 40 Ländern. Karin Wieser vergleicht eine Grundschule mit italienischer und eine mit deutscher Unterrichtssprache. Sie stellt fest, dass der Anteil von Migrationskindern an der Grundschule mit italienischer Unterrichtssprache um ein Vielfaches höher ist als an der mit deutscher Unterrichtssprache. Wieser führt dieses Ergebnis darauf zurück, dass im Programm der Grundschule mit italienischer Unterrichtsprache gleich mehrfach auf den interkulturellen Unterricht verwiesen wird. Mit dem Ziel, die Migrationskinder so schnell wie möglich in den regulären Unterricht zu integrieren, lernen diese dort in Sprach- und Alphabetisierungskursen Italienisch. Darüber hinaus bemühte sich die Schule mit italienischer Unterrichtssprache stärker um den Kontakt zu den Migrationsfamilien. Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass es vor allem für Grundschulen mit deutscher Unterrichtsprache wichtig wäre, der sprachlichen und kulturellen Heterogenität offener gegenüberzutreten, um die sprachlichen, kulturellen, schichtspezifischen und leistungsrelevanten Differenzen erfolgreich zu bewältigen.
Marinke Gindullis (MG)
Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 2.23 | 2.61
Empfohlene Zitierweise: Marinke Gindullis, Rezension zu: Annemarie Profanter (Hrsg.): Kulturen im Dialog/Culture in Dialogo/Cultures in Dialogue. Frankfurt a. M. u. a.: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21626-kulturen-im-dialogculture-in-dialogocultures-in-dialogue_38630, veröffentlicht am 08.07.2010.
Buch-Nr.: 38630
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