/ 20.06.2013
Alois Prinz
Lieber wütend als traurig. Die Lebensgeschichte der Ulrike Marie Meinhof
Frankfurt a. M.: Suhrkamp 2005 (suhrkamp taschenbuch 3725); 311 S.; 9,- €; ISBN 3-518-45725-XDie zwiespältige Persönlichkeit Ulrike Meinhofs veranlasste den Autor, sich mit diesem Leben zu beschäftigen, das so reich an Brüchen und Widersprüchen war: „Da war einerseits diese Sehnsucht nach einem größeren, besseren, wilderen Leben. Und andererseits dieses kalte Morden und dieser unversöhnliche Hass“ (13). Von der Kindheit im Zweiten Weltkrieg über die Jugend bei ihrer Adoptivmutter bis hin zur journalistischen Karriere zeichnet der Autor Meinhofs Werdegang nach, ohne der Versuchung zu erliegen, ex post Erklärungen zu finden für die spätere Hinwendung zum Terrorismus. Trotzdem scheint die Sympathie zu deutlich durch, um Meinhofs Rolle – beispielsweise bei der Zeitschrift „konkret“ – kritisch einordnen zu können. Auch wenn die Darstellung detail- und kenntnisreich ist, kommen erklärende Hinweise auf das gesellschaftliche und politische Umfeld doch bisweilen zu kurz. Zudem richtet sich das Buch an überwiegend jugendliche Leser, weshalb Prinz einen mitunter zu saloppen Ton anschlägt. Dennoch stellt diese Biografie eine durchaus lesenswerte Ergänzung zur umfangreichen RAF-Literatur dar.
Florian Peter Kühn (KÜ)
Dr., M. P. S., wiss. Mitarbeiter, Institut für Internationale Politik, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
Rubrizierung: 2.3 | 2.313 | 2.37
Empfohlene Zitierweise: Florian Peter Kühn, Rezension zu: Alois Prinz: Lieber wütend als traurig. Frankfurt a. M.: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24033-lieber-wuetend-als-traurig_27660, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 27660
Rezension drucken
Dr., M. P. S., wiss. Mitarbeiter, Institut für Internationale Politik, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
CC-BY-NC-SA