/ 21.06.2013
Werner Weidenfeld (Hrsg.)
Lissabon in der Analyse. Der Reformvertrag der Europäischen Union
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2008 (Münchner Beiträge zur europäischen Einigung 20); 284 S.; 29,- €; ISBN 978-3-8329-3524-5Das Centrum für angewandte Politikforschung der Universität München verfolgt die institutionelle Entwicklung der Europäischen Union seit vielen Jahren. Dieser Band folgt denn auch entsprechenden Vorgängern, die das Team um Weidenfeld bereits zu den Vertragsreformen von Maastricht, Amsterdam, Nizza und zum Verfassungsvertrag vorgelegt hatte. Das Konzept ist im Wesentlichen beibehalten worden. Dem einleitenden Beitrag des Herausgebers, der den Stellenwert der jüngsten Reform in den großen historischen Zusammenhang des europäischen Einigungswerkes einordnet, folgen Analysen des Zustandekommens und der Inhalte des Lissabonner Vertrags. Die Beiträge bieten einen zuverlässigen Überblick über die wichtigsten politischen Konflikte während der Regierungskonferenz und die zentralen Linien der Reform. Naturgemäß steht die Frage im Mittelpunkt, was von der Substanz der Europäischen Verfassung übrig geblieben ist und wie sich der Vertrag auf die Handlungsfähigkeit und die demokratische Qualität der EU auswirken wird. Die Bilanz fällt insgesamt positiv aus, wenngleich Weidenfeld hervorhebt, dass auch mit Lissabon „noch kein endgültiges Ende der Vertragsreformen erreicht“ (25) sei. Obwohl er es anders gemeint haben dürfte: Schon die irische Volksabstimmung zum Lissabon-Text hat den Beleg für die Richtigkeit der These Weidenfelds geliefert.
Wilhelm Knelangen (WK)
Dr., wiss. Ass., Institut für Sozialwissenschaften (Bereich Politikwissenschaft), Universität Kiel.
Rubrizierung: 3.2 | 3.5
Empfohlene Zitierweise: Wilhelm Knelangen, Rezension zu: Werner Weidenfeld (Hrsg.): Lissabon in der Analyse. Baden-Baden: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/29691-lissabon-in-der-analyse_35156, veröffentlicht am 27.01.2009.
Buch-Nr.: 35156
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Dr., wiss. Ass., Institut für Sozialwissenschaften (Bereich Politikwissenschaft), Universität Kiel.
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