/ 19.06.2013
Erich Weede
Mensch, Markt und Staat. Plädoyer für eine Wirtschaftsordnung für unvollkommene Menschen
Stuttgart: Lucius & Lucius 2003 (Zukunft der Sozialen Marktwirtschaft 4); 157 S.; 14,90 €; ISBN 3-8282-0256-XDer Autor hält in seinem Plädoyer keine Lobeshymne auf die Marktwirtschaft, sondern stellt diese immer wieder infrage. Die Stärke des ökonomischen Menschenbildes, so Weede, entspringt nicht seinem hohen Erklärungsgehalt, sondern resultiert „aus der Schwäche aller bisher vorgeschlagenen Alternativen" (15). Doch die Marktwirtschaft sei deshalb eine anzustrebende Ordnung, weil sie auch funktioniert, „wenn wir nur Menschen und keine Heiligen sind" (19). Des Weiteren argumentiert Weede gegen Konsensentscheidungen. Er führt unter anderem an, dass er die „menschliche Neigung, aus der Übereinstimmung mit anderen auf die Richtigkeit einer Auffassung zu schließen [...] außerordentlich beunruhigend" (29) findet. Später bemerkt er: „Zuviel Demokratie kann eine Innovationsbremse sein" (50). Als Argumente für dezentrale Entscheidungen nennt der Autor, dass zum einen der Mittelstand die Basis der freien Marktwirtschaft sei und zum anderen die „Regulierung der Teil der Staatstätigkeit [ist], der mit Korruption korreliert" (72). Der Autor spricht sich klar für die „Notwendigkeit der Begrenzung politischer Macht zwecks Erhaltung der Freiheit" (94) aus. Weede gelangt zu dem Schluss: „Die deutsche Gesellschaft ist in der Krise" (129), da Rent-Seeking und Verteilungskämpfe eine langfristige Ordnungspolitik zunichte machen. Der Autor appelliert an die Politik, den Sachstand zur Kenntnis zu nehmen und entsprechend zu handeln.
Peter Rötzel (PR)
Student, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg und FernUniversität Hagen.
Rubrizierung: 5.45 | 5.41
Empfohlene Zitierweise: Peter Rötzel, Rezension zu: Erich Weede: Mensch, Markt und Staat. Stuttgart: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20501-mensch-markt-und-staat_23900, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 23900
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Student, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg und FernUniversität Hagen.
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