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/ 15.10.2015
Simon Stroß

One goal, many paths. The promotion of Policy Coherence for Development in EU policy formulation

Berlin: epubli 2014; VII, 242 S.; 29,90 €; ISBN 978-3-7375-0500-0
Diss. Köln; Begutachtung: L. Rovná, W. Wessels. – Simon Stroß fragt, inwieweit die Europäische Union der selbst auferlegten Verpflichtung nachkommt, bei gemeinsamen Projekten mit weniger entwickelten Staaten auch entwicklungspolitische Ziele – etwa die Bekämpfung von Armut – zu verfolgen. Denn: „Die Förderung von PCD [Policy Coherence of Development] [...] spielt eine immer bedeutender werdende Rolle im Rahmen des Bemühens der EU, globalen Problemen effizienter und effektiver zu begegnen.“ (207) Anhand der Analyse von drei Politikfeldern (Fischerei‑, Umwelt‑ und Sicherheitspolitik) und der jeweils verantwortlichen Institutionen – EU‑Parlament, der neu gegründete European External Action Service, die Ministerräte der EU‑Mitgliedstaaten und die EU‑Kommission – gelangt Stroß dabei unter anderem zu dem Schluss, dass weniger der konkrete Politikinhalt noch die von den Zielländern betriebenen Strategien zur Implementierung nachhaltiger Entwicklungsziele bei der Kooperation mit der EU letztlich ausschlaggebend seien. Vielmehr komme es für eine erfolgreiche Berücksichtigung der PCD darauf an, welche europäische Institution mit der Umsetzung der jeweiligen Maßnahmen betraut sei. Während das EU‑Parlament etwa einen Policy‑Output generiere, der mit den Zielen und Grundsätzen von PCD übereinstimme, gelinge das der EU‑Kommission in weitaus geringerem Umfang. Um dieser Problematik einer nicht‑kohärenten Umsetzung der selbstgesteckten Politikziele zu begegnen, räumt Stroß grundsätzlich ein, dass die Komplexität und Fragmentierung der EU‑Institutionen Pfadabhängigkeiten erzeugt habe, die nur schwer reformierbar seien. Für Erfolg versprechend hält er dennoch all jene Bemühungen, die darauf abzielen, effektive, die jeweiligen Binnenlogiken und ‑strukturen einzelner Verwaltungseinheiten überwindende Vernetzungs‑ und Kommunikationspraktiken zu etablieren. Mit anderen Worten: Gelingt eine organisatorische Fokussierung und Straffung der EU, dann gelingt es auch weitaus besser als bisher, eine kohärente Politik durch alle Institutionen und in allen Politikfeldern zu verfolgen.
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Rubrizierung: 3.13.53.2 Empfohlene Zitierweise: Matthias Lemke, Rezension zu: Simon Stroß: One goal, many paths. Berlin: 2014, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/38981-one-goal-many-paths_47410, veröffentlicht am 15.10.2015. Buch-Nr.: 47410 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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