/ 20.06.2013
Ulrike Berger
Organisierte Interessen im Gespräch. Die politische Kommunikation der Wirtschaft
Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2004; 277 S.; kart., 32,90 €; ISBN 3-593-37621-0Am Beispiel des einflussreichen Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) zeichnet die Autorin die Kommunikationsbedingungen, -ziele, -muster und -strategien eines Wirtschaftsverbandes nach. Zunächst verdeutlicht sie, dass ein solcher Verband nicht unbedingt als Sprachrohr oder Interessenvertretung seiner Mitglieder fungiert. Vielmehr sei eine doppelte Kommunikationsstruktur - eine innere und eine, die nach außen gerichtet ist - mit je unterschiedlichen Kommunikationstypen zu konstatieren. Anschließend zeichnet sie zunächst die für die interne Kommunikation geltenden Kommunikationslogiken nach, wobei die Analysemöglichkeiten naturgemäß durch die Vertraulichkeit des betrachteten Phänomens begrenzt sind. Danach beschäftigt sich Berger ausführlich mit der externen Kommunikation des Verbandes. Sie analysiert zum einen die Erwartungen der unterschiedlichen Rezipientengruppen und verdeutlicht das stets feststellbare Glaubwürdigkeitsproblem von Interessenverbänden. Anschließend zeigt die Autorin, wie die Akteure ihre Interessen vor dem Hintergrund dieser Bedingungen artikulieren. Zudem diskutiert sie, wie der Verband auf den Strukturwandel hin zu einer dienstleistungsorientierten Wirtschaft reagiert hat. Die Arbeit entstand im Rahmen eines von der Max-Planck-Gesellschaft geförderten Forschungsprojektes an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.331 | 2.333 | 2.342
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Ulrike Berger: Organisierte Interessen im Gespräch. Frankfurt a. M./New York: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22546-organisierte-interessen-im-gespraech_25723, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 25723
Rezension drucken
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
CC-BY-NC-SA