/ 11.06.2013
Gabriele Steckmeister
Politisch-administrative Frauen- und Männerpolitik in Großstädten. Ungleiche Bedingungen - gleiche Ergebnisse?
Bielefeld: Kleine Verlag 1999 (Wissenschaftliche Reihe 122); 306 S.; 43,80 DM; ISBN 3-89370-313-6Diese interdisziplinäre theoretisch-empirische Arbeit beschäftigt sich mit den Chancen und Grenzen institutionalisierter Frauenpolitik - insbesondere in der Verwaltung. Die Autorin fragt nach den Auswirkungen unterschiedlicher Rahmenbedingungen sowie Macht- und Einflußkonstellationen auf Arbeitsergebnisse und Handlungsspielräume von Frauenbeauftragten und Gleichstellungsstellen. Als empirische Basis dienen ihr die Städte Düsseldorf, Stuttgart, Wiesbaden und Berlin (auf Landes- und Bezirksebene), die einerseits alle relativ früh und fast zeitgleich Frauenförderungsinstitutionen eingerichtet haben, andererseits hinsichtlich ihrer jeweiligen Ausgangspositionen stark voneinander abweichen. Steckmeister unternimmt eine Mehrebenenanalyse (mit den Dimensionen vergleichende Analyse, politisch-administrative Konstellationsanalyse, inhaltliche Policy-Analyse, Personalstrukturanalyse), die ein facettenreiches und differenziertes Bild der institutionellen Frauenförderung zeichnet. Die im Ergebnis lediglich bescheidenen Erfolge der Gleichstellungspolitik lassen sich nicht mit "monokausalen Verursachungszusammenhänge[n]" erklären. "Dennoch hat die quantitative und qualitative Analyse der vier Fallbeispiele spezifische Konstellationen zutage gefördert, die plausible Anworten anbieten können." (228)
Aus dem Inhalt: 2. Theoretische Dimensionen des Begriffspaars: Differenz und Gleichheit; 3. Politik- und Verwaltungswissenschaft - im mainstream gänzlich unberührt von feministischen Fragestellungen?: 3.1 Die Situation der Disziplin; 3.2 Konkret: Gesellschafts-, Staats-, Policy- und Verwaltungsforschung; 3.3 Die feministische Debatte zur Gesellschafts-, Staats-, Policy- und Verwaltungsforschung. 5. Fallstudien: Ungleiche Verhältnisse - gleiche Ergebnisse? 5.1 Das Fallbeispiel Düsseldorf; 5.1.1 Sozioökonomische und politische Rahmenbedingungen, Entstehungsbedingungen sowie Aufgabenfelder der Frauenbeauftragten; 5.1.2 Analyse und Interpretation des Frauenförderplans; 5.1.3 Analyse und Interpretation der quantitativen und qualitativen Entwicklung des Frauenanteils in der Stadtverwaltung. 6. Perspektiven: 6.1 Verwaltungsreform als Hebel für eine neue Geschlechterpolitik?; 6.2 Noch einmal: Gleichheit in der Differenz; 6.3 Kritische Männerforschung und Männerbewegung - eine Perspektive für Veränderung?; 6.4 Perspektiven über Sozialisation? Von der symbolischen Zweigeschlechtlichkeit zur Androgynität.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.36 | 2.325
Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Gabriele Steckmeister: Politisch-administrative Frauen- und Männerpolitik in Großstädten. Bielefeld: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/11405-politisch-administrative-frauen--und-maennerpolitik-in-grossstaedten_13522, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 13522
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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