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/ 21.06.2013
Erhard Denninger

Prävention und Freiheit

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2008 (Juristische Studiengesellschaft Hannover 45); 32 S.; brosch., 8,- €; ISBN 978-3-8329-3504-7
Der Autor diskutiert besorgt die Folgen der zunehmenden Orientierung von Politik, Judikatur und Literatur am Sicherheitsbegriff. Sicherheit „ist ohne näheren Bezug ein nicht definierbarer und nicht zu definierender Begriff, vielmehr ist 'Sicherheit' in sich maßlos und grenzenlos, ein nie zu erfüllbares Ideal“ (14), weshalb eine ausschließlich an der Sekurität orientierte Gesellschaft nahezu unbegrenzte präventionsstaatliche Aktivität in Kauf nehmen müsse. Die vorsorgende Selbstverteidigung des Rechtsstaates, welche die traditionelle Gefahrenabwehr bei weitem überschreitet und Risikovorsorge vor Terrorismus verspricht, tendiert daher dazu, unbestimmt zu werden, womit das Verhältnis von rechtsstaatlich gewahrter Freiheit und Sicherheit zunehmend Ambivalenzen aufweist, wenn nicht sogar vakant zu werden droht. Aus diesem Grund benennt Denninger elementare Leitgedanken, die präventivstaatliches Handeln begrenzen: Normenbestimmtheit und Normenklarheit, Verhältnismäßigkeit, einen Kern privater Lebensgestaltung und den Schutzanspruch auf Leben und Menschenwürde. Bei dem Text handelt es sich um einen Vortrag vom Dezember 2007.
Frank Schale (FS)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
Rubrizierung: 5.415.44 Empfohlene Zitierweise: Frank Schale, Rezension zu: Erhard Denninger: Prävention und Freiheit Baden-Baden: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/29481-praevention-und-freiheit_34899, veröffentlicht am 02.09.2008. Buch-Nr.: 34899 Rezension drucken
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