Skip to main content
/ 21.06.2013
Nicolai Dose

Problemorientierte staatliche Steuerung. Ansatz für ein reflektiertes Policy-Design

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2008 (Staatslehre und politische Verwaltung 13); 516 S.; brosch., 89,- €; ISBN 978-3-8329-3464-4
Politikwiss. Habilitationsschrift TU München; Gutachter: E. Grande, R. Trinczek, K. König. – Die Literatur über Fragen gesellschaftlicher Steuerung ist zwar mittlerweile theoretisch wie empirisch sehr ausdifferenziert, aber trotz dieser Vielfalt überwiegt doch eine skeptische Einstellung hinsichtlich der Chancen wirksamer staatlicher Steuerung. Diesen Steuerungspessimismus hält Dose weder theoretisch noch praktisch für zwingend; mit seiner breit angelegten Arbeit möchte er sowohl die Defizite der bisherigen Steuerungsforschung überwinden als auch – an den kritischen Rationalismus Hans Alberts anschließend – mit einer Neukonzeption aufgeklärter Steuerung Entscheidungshilfen für politische Akteure entwerfen. Konzeptionell handlungstheoretische und neo-institutionalistische Perspektiven verbindend, setzt er sich zunächst kritisch mit dem Stand der Forschung auseinander. Im Zentrum der Analyse stehen indes Instrumente staatlicher Steuerung – hier greift Dose methodisch auf Überlegungen der amerikanischen Policy-Forschung zurück und legt die Unterscheidung von Kausal-, Interventions- und Aktionsdimensionen zugrunde, um die Interventionslogik vom Steuerungsimpuls bis zu den Wirkungen verfolgen zu können. Auf dieser Basis entwickelt der Autor sein Policy-Design in zwei Schritten: Im ersten Block geht es um eine systematische Analyse der Entscheidungssituation – also die Diagnose gesellschaftlicher Problemtypen, die Berücksichtigung des institutionellen Kontextes, die Rolle gesellschaftlicher Steuerungsadressaten und Kriterien, die zur Bewertung von Entscheidungen herangezogen werden können. Im zweiten Block befasst sich Dose dann in sehr differenzierter Form mit den Wirkungsbedingungen und -grenzen von acht Instrumententypen. Wie anschlussfähig dieses Steuerungsmodell für die politische Praxis ist, muss sich zeigen – der Studie kommt auf alle Fälle das Verdienst zu, die relevante steuerungstheoretische Diskussion systematisch aufgearbeitet und daraus mit Blick auf eine Problemlösungsorientierung ein begründetes Konzept entwickelt zu haben.
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.212.323.3 Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Nicolai Dose: Problemorientierte staatliche Steuerung. Baden-Baden: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30275-problemorientierte-staatliche-steuerung_35925, veröffentlicht am 29.04.2009. Buch-Nr.: 35925 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA