/ 11.06.2013
Donald P. Green / Ian Shapiro
Rational Choice. Eine Kritik am Beispiel von Anwendungen in der Politischen Wissenschaft
München: Oldenbourg Wissenschaftsverlag 1999 (Scientia Nova); 271 S.; 98,- DM; ISBN 3-486-56434-XRational-Choice-Theorien sind in der Politikwissenschaft auf dem Vormarsch wie kaum ein anderer Erklärungsansatz. In diesem Buch wird zunächst der theoretische Gehalt auf den Gebieten Wahlbeteiligung, kollektives Handeln, Gesetzgebungsverhalten und politischer Wettbewerb dargestellt. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf der Beurteilung der empirischen Umsetzung der Theorie, die einer kritischen Literatursicht zufolge vollkommen unzulänglich ist. Dies liegt vor allem an methodologischen Schwächen, aber auch an der Weigerung vieler Rational-Choice-Theoretiker, alternative Erklärungsversuche zuzulassen. Green und Shapiro bezweifeln die Erklärungskraft der Methode nicht im Kern, sondern wenden sich vornehmlich gegen ihre Ausschließlichkeit. Das sehr gut lesbare und teilweise sogar amüsante Buch schließt mit einer Reihe von Vorschlägen, wie die Rational-Choice-Forschung den zahlreichen Mängeln entgegentreten kann, um zu einem wirklich fruchtbaren Ansatz in der Politikwissenschaft zu werden. Es ist im besten Sinne eine kritische Einführung in die politikwissenschaftliche Rational-Choice-Theorie und enthält dabei zu den jeweiligen Themenbereichen eine sehr gute Übersicht über den Stand der Forschung.
Andreas Hallermann (AH)
Dr., Politikwissenschaftler, Referent im Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit, Erfurt.
Rubrizierung: 5.45
Empfohlene Zitierweise: Andreas Hallermann, Rezension zu: Donald P. Green / Ian Shapiro: Rational Choice. München: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10658-rational-choice_12602, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 12602
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Dr., Politikwissenschaftler, Referent im Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit, Erfurt.
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