/ 19.06.2013
Hermann Klenner
Recht und Unrecht
Bielefeld: transcript 2004 (Bibliothek dialektischer Grundbegriffe 12); 51 S.; kart., 7,60 €; ISBN 3-89942-185-XIn seiner kleinen Schrift versteht Klenner unter Recht das „inner- und zwischenstaatliche Ordnungsreglement herrschaftsförmig organisierter Gesellschaften" (6). Dabei wendet er sich bewusst gegen Immanuel Kants transzendentalkritische Rechtsphilosophie, indem er Recht und Unrecht als „dialektische Begriffe" auffasst, die allein in ihrer historischen Genese zu verstehen seien. So reflektiere jede Rechtsauffassung einer Gesellschaft den ihr innewohnenden, dialektischen Selbstwiderspruch, der sich in der Gestalt konkreter Macht- beziehungsweise Ohnmachtverhältnisse zeige. In ideologiekritischem Duktus zieht Klenner unterschiedliche Rechtsquellen heran, um darüber aufzuzeigen, dass Recht im besten Falle die inner- und zwischenstaatlichen Antagonismen zu domestizieren vermag. Im schlimmsten Fall jedoch werden nach Klenner die strukturell vorherrschenden Gewaltverhältnisse „bestandgeschützt", insbesondere wenn im internationalen Bereich „die Pervertierung der Menschenrechtsideen zu einer Vorwandideologie für Aggressionskriege [...] auf zwischenstaatliche Lynchjustiz" (49) hinauslaufe.
Karl-Heinz Breier (KHB)
Prof. Dr., Institut für Sozialwissenschaften und Philosophie, Universität Vechta.
Rubrizierung: 5.44
Empfohlene Zitierweise: Karl-Heinz Breier, Rezension zu: Hermann Klenner: Recht und Unrecht Bielefeld: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20818-recht-und-unrecht_24274, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 24274
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Prof. Dr., Institut für Sozialwissenschaften und Philosophie, Universität Vechta.
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