/ 04.06.2013
Hans-Dieter Holtzmann
Regionalpolitik der Europäischen Union. Eine Erfolgskontrolle in theoretischer und empirischer Sicht
Berlin: Duncker & Humblot 1997 (Abhandlungen zur Nationalökonomie 7); 745 S.; 168,- DM; ISBN 3-428-08988-XDiss. Nürnberg; Erstgutachter: K. Grüske. - Die Regionalpolitik gewinnt rein quantitativ zunehmend an Bedeutung. Dennoch bewegen sich die Aussagen über Erfolge dieser Regionalpolitik bislang im Bereich des Spekulativen: Meist wird lediglich der Mittelabfluß untersucht, und eine empirische Untermauerung der Mutmaßungen fehlt oft. Diese Forschungslücke versucht Holtzmann zu schließen. Seine umfang- und detailreiche Studie fragt zunächst nach den Zielen der EU-Regionalpolitik, um sodann zu analysieren, wie effektiv die eingesetzten Instrumente sind. Holtzmann untersucht die Ursachen für die konstatierte Ineffizienz sowie Perspektiven alternativ diskutierter Reformmodelle. Da er zu dem ernüchternden Ergebnis kommt, daß "alle diese Vorschläge keine nennenswerte Steigerung der Effektivität und Effizienz gegenüber dem heutigen System der EU-Regionalpolitik erwarten lassen" (679), entwickelt er ein eigenes Reformkonzept, das auf die Stärkung des Wettbewerbs zwischen den Regionen abzielt und sich gegen strukturpolitische Ausgleichsmaßnahmen ausspricht.
Aus dem Inhalt: 1. Grundlagen der Untersuchung: I. Regionalpolitischer Handlungsbedarf - zur Notwendigkeit der Unterscheidung zwischen normativer und positiver Sicht; II. Theoretische Grundlagen der Regionalpolitik: A. Außenhandelstheoretische Ansätze; B. Wachstumsmodelle für geschlossene und offene Volkswirtschaften; F. Bedeutung des nationalen Wirtschafts- und Gesellschaftssystems für die regionale Entwicklung; III. Historische Entwicklung und aktuelle Konzeption der EU-Regionalpolitik: A. Ziele, Begründungen und rechtliche Grundlagen einer europäischen Regionalpolitik; B. Instrumente der EU-Regionalpolitik; C. Träger der EU-Regionalpolitik. 2. Erfolgskontrolle der EU-Regionalpolitik: IV. Struktur einer Erfolgskontrolle; V. Effektivität der EU-Regionalpolitik; VI. Effizienz der EU-Regionalpolitik. 3. Reform der EU-Regionalpolitik: VII. Ordnungspolitische Einordnung der heutigen EU-Regionalpolitik; VIII. Kritische Beurteilung von Reformvorschlägen für die EU-Regionalpolitik, IX. Fünf Elemente einer effektiven und effizienten Reform: 1. Internalisierung regionaler Spillovers durch eine konsequente Anwendung des personalen Äquivalenzprinzips; 2. Wahrnehmung der Ausgleichsfunktion durch eine Sozialpolitik auf nationaler Ebene; 3. Aufhebung der ausgleichspolitischen Komponente bei der Beihilfenkontrolle zugunsten einer reinen Wettbewerbsausrichtung; 4. Substitution der Finanzausschüsse durch eine Ausweitung der Darlehenspolitik einer unabhängigen EIB; 5. Beseitigung der Belastungssprünge im EU-Einnahmensystem durch eine proportionale Sozialproduktsteuer.
Andrea Wolf (AW)
Dipl.-Politologin.
Rubrizierung: 3.5 | 3.1
Empfohlene Zitierweise: Andrea Wolf, Rezension zu: Hans-Dieter Holtzmann: Regionalpolitik der Europäischen Union. Berlin: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/5486-regionalpolitik-der-europaeischen-union_7171, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 7171
Rezension drucken
Dipl.-Politologin.
CC-BY-NC-SA