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/ 20.06.2013
Gustav A. Horn

Sparwut und Sozialabbau. Die deutsche Krankheit. Thesen gegen eine verfehlte Wirtschaftspolitik

München/Wien: Carl Hanser Verlag 2005; 197 S.; geb., 19,90 €; ISBN 3-446-22919-1
Anders als der Titel nahe legt, ist es dem Leiter des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hans-Böckler-Stiftung gelungen, die Fehler einer auf Angebot basierenden Wirtschaftspolitik sachlich zu diskutieren. Zunächst kann er detailliert zeigen, dass der Weg in den globalisierten Markt keine Einbahnstraße ist. Weltweite ökonomische Verflechtungen verhindern keineswegs politische Handlungsfähigkeit. Darüber hinaus weist er anhand eines internationalen Vergleichs nach, dass die Bundesrepublik am deutlichsten einseitig – angebotsorientiert – auf die aktuelle Wirtschaftskrise reagiert hat. Ausführlich setzt er sich mit den politischen Forderungen des Präsidenten des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung, Sinn, auseinander. Anders als dieser plädiert Horn für eine nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik, Handelssanktionen gegen Steueroasen, eine Stabilisierung des Währungssystems, die Reformierung des Internationalen Währungsfonds und des europäischen Stabilitätspaktes sowie die Aufgabe von Lohnzurückhaltung.
Frank Schale (FS)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
Rubrizierung: 2.3422.615.452.262 Empfohlene Zitierweise: Frank Schale, Rezension zu: Gustav A. Horn: Sparwut und Sozialabbau. München/Wien: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/23881-sparwut-und-sozialabbau_27454, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 27454 Rezension drucken
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