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/ 18.06.2013
Kurt Oesterle

Stammheim. Die Geschichte des Vollzugsbeamten Horst Bubeck

Tübingen: Klöpfer & Meyer 2003; 184 S.; geb., 18,90 €; ISBN 3-421-05766-4
Zusammen mit Kollegen war Bubeck in den 70er-Jahren im Hochsicherheitsgefängnis Stuttgart-Stammheim zuständig für die erste Generation der RAF-Häftlinge, darunter Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Ulrike Meinhoff. Er erzählt von seinen Erfahrungen mit den Inhaftierten, die ihn oft beschimpften und beleidigten, und berichtet über die Bedingungen der Haftzeit. Bubeck hatte einen umfassenden Einblick in den tatsächlichen Gefängnisalltag und liefert eine detaillierte Innenansicht der damaligen Vorgänge. Keineswegs, so das zentrale Leitmotiv des Buches, sei die medienwirksam verbreitete Darstellung von unmenschlichen Haftbedingungen und Isolationsfolter zutreffend gewesen, die in der Folge zu zahlreichen Solidaritätsbekundungen von Sympathisanten geführt hatte. Vielmehr seien die Gefangenen in bisher unbekanntem Maße privilegiert gewesen; von Isolation und Kontaktsperre könne keine Rede gewesen sein.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.3132.352.37 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Kurt Oesterle: Stammheim. Tübingen: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20172-stammheim_23500, veröffentlicht am 03.12.2007. Buch-Nr.: 23500 Rezension drucken
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