Skip to main content
/ 05.06.2013
Wolfram Hilz

Subsidiaritätsprinzip und EU-Gemeinschaftsordnung. Anspruch und Wirklichkeit am Beispiel des Maastricht-Prozesses

Opladen: Leske + Budrich 1998; 287 S.; ISBN 3-8100-2184-9
Seit seiner Aufnahme in den Maastricht-Vertrag (1992) ist das Subsidiaritätsprinzip als europapolitische Integrationsformel in aller Munde. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Frage, "welche Bedeutung der EG-weite Streit um das Subsidiaritätsprinzip während des Maastricht-Prozesses hatte, welche Ziele die europapolitischen Akteure damit verfolgten und was dieser Detailkonflikt über den Zustand der Gemeinschaft aussagt" (12). Der Verlauf der europapolitischen Subsidiaritätsdiskussion seit 1992 wird in der materialreichen Studie detailliert nachgezeichnet. Der Autor zeigt, daß die primäre Funktion der Subsidiaritätsformel darin lag (und liegt), den Integrationsprozeß vor einer zunehmend skeptischer gewordenen Öffentlichkeit zu legitimieren. Der Streit um die richtige Formulierung und Auslegung des Prinzips wurde zum Spiegel der unterschiedlichen Integrationsvorstellungen der nationalstaatlichen Akteure. Der Autor kommt zu dem ernüchternden Fazit, daß durch die Einführung der Subsidiaritätsklausel der intergouvernementale Charakter der EU (im Verhältnis zum Supranationalismus) gestärkt worden sei. Auch innerhalb der Mitgliedstaaten habe das Prinzip eine dezentralisierende Wirkung (über den dazu eingerichteten Ausschuß der Regionen) nicht entfalten können.
Frank Decker (FD)
Prof. Dr., Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie, Universität Bonn.
Rubrizierung: 3.13.23.7 Empfohlene Zitierweise: Frank Decker, Rezension zu: Wolfram Hilz: Subsidiaritätsprinzip und EU-Gemeinschaftsordnung. Opladen: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/7176-subsidiaritaetsprinzip-und-eu-gemeinschaftsordnung_9594, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 9594 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA