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/ 09.01.2014
Jordi Garcés / Irene Monsonís Payá (Hrsg.)

Sustainability and Transformation in European Social Policy

Oxford u. a.: Peter Lang 2013; XI, 349 S.; 66,90 €; ISBN 978-3-0343-0901-1
Nach dem Zweiten Weltkrieg identifizierte Sir William Beveridge Not, Krankheit, Unwissen, Elend und Untätigkeit als die „five evil giants“ (1) in Großbritannien, die durch die Etablierung eines Wohlfahrtsstaates bekämpft werden sollten. So bahnbrechend und prägend die bereits früher aufgekommene Idee eines umfassenden Schutzes vor den Risiken des Lebens auch war, so hat für die beiden Herausgeber_innen die Etablierung wohlfahrtsstaatlicher Strukturen wiederum „four little giants“([2], an anderer Stelle ist von fünf die Rede, allerdings führen sie nur vier weiter aus) hervorgebracht, denen nun begegnet werden muss: erstens die Abhängigkeit des System von Beitragszahlern sowie auch die Abhängigkeit des Einzelnen von einem sozialversicherungspflichtigen Beruf; zweitens die Kluft zwischen Solidaritätsgefühl und einem institutionalisierten Sozialsystem; drittens die Fragmentierung der Sozialpolitik, durch die nur noch einzelne Bereiche gefördert werden; viertens die durch Bürokratie und Reglementierung entstehende Ineffizienz des Systems. Es ist das Ziel des Sammelbandes, die etablierte Sozialpolitik zu analysieren und Lösungsansätze für die „four little giants“ zu geben. Für das Fallbeispiel Russland untersucht Anna‑Maria Isola die heutige Familienpolitik: So sieht sich Moskau einerseits mit einer sinkenden Geburtenzahl konfrontiert, andererseits werden einige der bestehenden Familienkonstellationen (geschiedene Eltern, Familien mit einem Elternteil, Familien mit vielen Kindern) als problematisch angesehen. Russland setzt vor diesem Hintergrund auf eine konservative Familienpolitik, die die Institution Familie als Kern versteht, der geschützt werden muss und sich selbst auch schützen kann. Einer ganz anderen Facette widmet sich die Herausgeberin in ihrem Beitrag. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Internetnutzung wird Cybermobbing zu einem immer größeren, bisher kaum berücksichtigten Problem, von dem vorrangig Minderjährige, Familien und Lehrpersonal betroffen sind. Die Autorin analysiert bereits vorhandene Maßnahmen gegen Cybermobbing und untersucht außerdem, wie die Sozialpolitik die Onlinemöglichkeiten und Zielgruppen für die Bewältigung des Problems integrieren kann.
Ines Weber (IW)
M. A., Politikwissenschaftlerin (Kommunikationswissenschaftlerin, Psychologin), wiss. Mitarbeiterin, Institut für Sozialwissenschaften, Christian-Albrechts-Universität Kiel.
Rubrizierung: 3.5 Empfohlene Zitierweise: Ines Weber, Rezension zu: Jordi Garcés / Irene Monsonís Payá (Hrsg.): Sustainability and Transformation in European Social Policy Oxford u. a.: 2013, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/36581-sustainability-and-transformation-in-european-social-policy_44436, veröffentlicht am 09.01.2014. Buch-Nr.: 44436 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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