/ 11.06.2013
Klaus Dreher
Treibhaus Bonn. Schaubühne Berlin. Deutsche Befindlichkeiten
Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999; 333 S.; geb., 42,- DM; ISBN 3-421-05192-5In Anlehnung an Charles Dickens könnte man Drehers Geschichte vom bundesdeutschen Regierungssitz und deutscher Hauptstadt "A Tale of two Cities" nennen. In der Entwicklung der Stadt am Rhein war immer auch die Stadt an der Spree gegenwärtig. Als Beispiel dafür findet sich etwa das in der Kanzlerschaft Helmut Kohls vorangetriebene Doppelprojekt eines Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn und des Deutschen Historischen Museums in Berlin. Das Provisorium konnte sich seit der knappen Abstimmung gegen den Favoriten Frankfurt im Jahre 1949 gut behaupten - gerade trotz oder wegen der von Dreher hervorgehobenen Tatsache, dass im Vorfeld der Abstimmung die Entscheidung damals auch deutlich als Kräftemessen zwischen SPD und CDU angesehen wurde. Etwas anders stellte sich die Lage bei der Abstimmung 1992 dar, deren Hintergründe Dreher eingehend beleuchtet. Dabei stützt sich der ehemalige Redakteur (und Leiter des Bonner Büros) der Süddeutschen Zeitung auf seinen persönlichen Erfahrungsfundus ebenso wie auf viele Gespräche mit Beteiligten, wie aus den Fußnoten hervorgeht. Dreher zeigt an Bonn, wie dessen Lokalkolorit Politiker und Politikstil durchwirkte und prognostiziert Ähnliches für Berlin.
Manuel Fröhlich (MF)
Prof. Dr., Juniorprofessur für Politikwissenschaft, Universität Jena (www.manuel-froehlich.de).
Rubrizierung: 2.313 | 2.315
Empfohlene Zitierweise: Manuel Fröhlich, Rezension zu: Klaus Dreher: Treibhaus Bonn. Stuttgart: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10031-treibhaus-bonn_11864, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 11864
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Prof. Dr., Juniorprofessur für Politikwissenschaft, Universität Jena (www.manuel-froehlich.de).
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