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/ 21.06.2013
Jürgen Erbacher

Vatikan. Wissen was stimmt

Freiburg i. Br./Basel/Wien: Herder 2008 (Herder spektrum 5985); 128 S.; kart., 7,95 €; ISBN 978-3-451-05985-8
Unter verschiedenen Stichworten widmet sich der Autor in aller Kürze Fragen um den bis heute als geheimnisumwittert geltenden Vatikan. Nach einem einleitenden historischen Überblick zum Papsttum betrachtet Erbacher genauer die Organisation des Vatikanstaates und klärt den Unterschied zwischen Heiligem Stuhl als dem Leitungsorgan der katholischen Weltkirche, der Kurie, die für theologische Fragen zuständig ist, und dem Governatorat sowie der Päpstlichen Kommission, die den Papst bei der Leitung des Vatikanstaats unterstützen. Dabei wird schnell deutlich: „Die katholische Kirche ist kein demokratisches System“ (75). Als ein absoluter Monarch versammelt der Papst legislative, exekutive und richterliche Befugnisse in seinen Händen. Dennoch betont der Autor gerade mit Bezug auf die politische Dimension, dass das Dogma der Unfehlbarkeit nur in Glaubens- und Sittenfragen gelte. Dennoch ist die Nähe zu den klassischen Feldern päpstlicher Politik natürlich gegeben, die sich traditionell um den Schutz des Lebens und der Familie, den Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit sowie zunehmend auch um die Bewahrung der Schöpfung bemüht. Nicht zu unterschätzen ist nach Erbacher die moralische Autorität des Papstes als Politikfaktor, dies habe sich insbesondere im Vorfeld des Irakkrieges beobachten lassen.
Timo Lüth (TIL)
Student, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.232.61 Empfohlene Zitierweise: Timo Lüth, Rezension zu: Jürgen Erbacher: Vatikan. Freiburg i. Br./Basel/Wien: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/29295-vatikan_34646, veröffentlicht am 29.07.2008. Buch-Nr.: 34646 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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