/ 06.06.2013
Heribert Franz Köck / Margit Maria Karollus (Hrsg.)
Vorbereitung der Europäischen Union für die Zukunft?/Preparing the European Union for the Future?/Préparer l'Union européenne pour l'avenir? Notwendige Änderungen des Primärrechts nach der Nicht-Ratifizierung des Vertrags über eine Verfassung für Europa
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2008 (FIDE XXIII Kongress: Kongress-Publikationen 1); XI, 410 S.; brosch., 110,- €; ISBN 978-3-8329-3344-9Der Band resultiert aus dem Kongress der Internationalen Vereinigung für Europarecht (FIDE) im Mai 2008 und ist dem ersten der dort erörterten drei General/index.php?option=com_content&view=article&id=41317 gewidmet: der Vorbereitung der Europäischen Union für die Zukunft (die beiden weiteren in gesonderten Bänden publizierten General/index.php?option=com_content&view=article&id=41317 betreffen das EG-Kartellrecht und die neue Dienstleistungsrichtlinie der EU). Im Mittelpunkt dieses Bandes stehen 18 Länderberichte, die anhand eines einheitlichen Fragebogens erstellt wurden. Darin gehen die Autoren gezielt auf allgemeine Aspekte der Ratifizierung, auf strukturelle Reformen sowie auf die politischen Akteure des jeweiligen Landes ein. Ergänzend erläutert Pieter van Nuffel vom Juristischen Dienst der Europäischen Kommission die Situation aus der Sicht der europäischen Institutionen. Abschließend werden die Einzelberichte von Gráinne de Búrca, Professorin an der der Fordham Law School in New York, kritisch evaluiert und ihre Ergebnisse konstruktiv für eine Weiterentwicklung des Themas verarbeitet. De Búrca erkennt dabei einen Grundkonflikt zwischen der föderalen Vision europäischer Einheit, die sich auch in ihren Institutionen widerspiegelt, und den funktionalen Bedürfnissen von Staaten für spezifische Formen transnationaler Kooperation. Diesen sieht sie, trotz der enormen Veränderungen seit der Gründung der EU, als noch immer ungelöst an. Aus der ambivalenten Haltung der europäischen Öffentlichkeit zum Integrationsprozess folgert sie, dass die föderale Vision zu ambitioniert sei. Dies gelte umso mehr in einem Europa, das 27 Staaten umfasse. Sie fragt: „Does the ongoing disconnect between elite political support for EU integration on the one hand, and public discontent or popular alienation on the other hand, suggest that the functionalist approach, which focuses pragmatically on specific concrete needs and eschews ambitious constitutional design, is a more appropriate one?” (405).
Marinke Gindullis (MG)
Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 3.2 | 3.1 | 3.7
Empfohlene Zitierweise: Marinke Gindullis, Rezension zu: Heribert Franz Köck / Margit Maria Karollus (Hrsg.): Vorbereitung der Europäischen Union für die Zukunft?/Preparing the European Union for the Future?/Préparer l'Union européenne pour l'avenir? Baden-Baden: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/9060-vorbereitung-der-europaeischen-union-fuer-die-zukunftpreparing-the-european-union-for-the-futureprparer-lunion-europenne-pour-lavenir_34735, veröffentlicht am 28.10.2008.
Buch-Nr.: 34735
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