/ 21.06.2013
Josefina Syssner
What Kind of Regionalism? Regionalism and Region Building in Northern European Peripheries
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2006; 244 S.; pb., 42,50 €; ISBN 978-3-631-55201-8Syssner untersucht den Regionalismus innerhalb der Europäischen Union seit 1990 anhand von zwei substaatlichen Regionen: Norbotten im nördlichen Schweden und Mecklenburg-Vorpommern. In beiden Fällen wird regionales Selbstverständnis weder aus dem „alten“ Regionalismus, den „ethno-nationalen“ separatistischen Bewegungen, abgeleitet, noch aus dem „neuen“ europäischen Regionalismus, der die Herausbildung ökonomisch vernetzter Wachstumsregionen vorwiegend in Westeuropa beschreibt. Die Autorin entwickelt vielmehr einen gänzlich neuen Ansatz. Sie definiert Regionalismus nicht ökonomisch oder ethnisch, sondern sieht ihn auf einer Wertebasis bzw. auf einer politischen „Ideologie“, einem System von Normen, Interessen und politischen Erfordernissen begründet. Anhand dieser und weiterer Kernelemente (politische Akteure, Zielgruppen, Mittel adäquater Mobilisierung) durchleuchtet sie in beiden Fällen den Prozess des „Region-Building“ akribisch. Das umfangreiche empirische Material bearbeitet sie vornehmlich aus dem Blickwinkel der Diskursanalyse. Die Studie demonstriert, dass der Ruf nach Autonomie nicht die entscheidende Triebkraft der Regionalisierung ist. Vielmehr zeichnet sie ein differenziertes Bild, dass Regionen als politisch-kulturelles Konstrukt begreift, ohne dabei realistische politische wie ökonomische Sachzwänge in einem Europa konkurrierender Regionen aus den Augen zu verlieren.
Matthias Heise (MTH)
wiss. Mitarbeiter, Technische Universität Dortmund.
Rubrizierung: 2.21 | 5.41 | 2.61 | 2.325
Empfohlene Zitierweise: Matthias Heise, Rezension zu: Josefina Syssner: What Kind of Regionalism? Frankfurt a. M. u. a.: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/26425-what-kind-of-regionalism_30794, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 30794
Inhaltsverzeichnis
Rezension drucken
wiss. Mitarbeiter, Technische Universität Dortmund.
CC-BY-NC-SA