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/ 21.06.2013
Klaus Heine / Wolfgang Kerber (Hrsg.)

Zentralität und Dezentralität von Regulierung in Europa

Stuttgart: Lucius & Lucius 2007 (Schriften zu Ordnungsfragen der Wirtschaft 83); VIII, 347 S.; kart., 42,- €; ISBN 978-3-8282-0383-9
Eine der Kernfragen bei der europäischen Integration lautet, auf welcher politischen Ebene spezifische Regelungskompetenzen angesiedelt werden sollten. Wie ist die EU als föderales Mehrebenensystem grundsätzlich zu gestalten und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Kompetenzverteilung? Diesen Fragestellungen war das 39. Forschungsseminar in Radein/Italien im Februar 2006 gewidmet, dessen Beiträge in diesem Band dokumentiert werden. Darin finden sich zum einen theoretisch ausgerichtete Texte, in denen die Erkenntnisse der ökonomischen Föderalismustheorie zur Bestimmung der optimalen vertikalen Verantwortungsteilung sowie das Konzept eines föderalen Mehrebenensystems von Regulierungen kritisch analysiert werden. Zum anderen untersuchen die Autoren konkrete europäische institutionelle Regelungen und Strukturen (wie etwa das Subsidiaritätsprinzip) im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf die Kompetenzverteilung zwischen der EU und den Mitgliedstaaten. Sodann werden einzelne Politikfelder und sektorspezifische Regulierungen, in denen sowohl die EU als auch die Mitgliedstaaten über Verantwortungsbereiche verfügen, beschrieben. Im Mittelpunkt steht dabei die optimale Kompetenzverteilung aus ökonomischer Sicht. Zudem behandeln die Autoren Fragen zur empirischen Funktionsweise von Regulierungswettbewerb. Schließlich analysieren sie Regulierungen in einzelnen Politikbereichen und Sektoren – beispielsweise der Zulassung von Arzneimitteln, der Verkehrspolitik oder der Medienaufsicht. Ein Ergebnis der Betrachtungen ist die Erkenntnis, dass „die Frage nach dem angemessenen Umfang von Zentralität und Dezentralität von Regulierung sehr differenziert zu beantworten ist“, weshalb auch „eine erhebliche Spannbreite bei der Beurteilung der bisherigen Kompetenzverteilung innerhalb der Europäischen Union und der Empfehlungen, wie diese Kompetenzverteilung in Zukunft weiterentwickelt werden sollte“ (V f.), vorhanden ist.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 3.13.5 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Klaus Heine / Wolfgang Kerber (Hrsg.): Zentralität und Dezentralität von Regulierung in Europa Stuttgart: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/28528-zentralitaet-und-dezentralitaet-von-regulierung-in-europa_33616, veröffentlicht am 24.04.2008. Buch-Nr.: 33616 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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