/ 21.06.2013
Andrea Salzburger
Zurück in die Zukunft des Kapitalismus. Kommerz und Verelendung in Polen
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2006 (Beiträge zur Dissidenz 20); 163 S.; brosch., 34,- €; ISBN 978-3-631-52795-5Die Journalistin Andrea Salzburger möchte die gesellschaftlichen Auswirkungen der marktwirtschaftlichen Transformation und der verstärkten Einbindung Polens in die globalisierte Ökonomie untersuchen. Sie widmet sich vor allem den Schattenseiten der Veränderungen nach 1990. Ausgangspunkt ist ein kapitalismuskritischer Ansatz, der die ökonomischen Veränderungsprozesse als „Kolonialisierung“ versteht. Das Material ihrer als Feldforschung bezeichneten Arbeit bilden Gespräche mit polnischen Bürgern aus der Gegend von Krakau. Salzburger sprach mit zwei Antiquaren, zwei Studentinnen, drei Pensionisten und mit Gewerkschaftsfunktionären. Ob und für was die Art der Befragung repräsentativ sein soll, wird nicht geklärt. Die Auswertung der Interviews folgt keinem Standard, sondern versucht, aus den Antworten eine Erzählung über Kommerzialisierung und eine daraus folgende Verelendung in Polen zu konstruieren. Zu ihrer Vorgehensweise bemerkt die Autorin: „Den Gesprächsverlauf [der Interviews] müssen wir uns weitgehend harmonisch vorstellen. […] Mein Fragen erscheint in der Nachbetrachtung doch vielfach als tendenziös und insinuativ. Oftmals leite ich meinen Gesprächspartner auf meine vorgefasste und für wahr befundene Meinung hin. Die ‚richtigen’ Antworten versuchte ich mitunter vorzugeben, zumindest vehement dafür zu argumentieren.“ (36)
Sebastian Lasch (LA)
M. A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 2.61 | 2.2 | 2.22
Empfohlene Zitierweise: Sebastian Lasch, Rezension zu: Andrea Salzburger: Zurück in die Zukunft des Kapitalismus. Frankfurt a. M. u. a.: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/26069-zurueck-in-die-zukunft-des-kapitalismus_30320, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 30320
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M. A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
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