/ 20.06.2013
Heike Meyer-Schoppa
Zwischen "Nebenwiderspruch" und "revolutionärem Entwurf" Emanzipatorische Potenziale sozialdemokratischer Frauenpolitik 1945-1949
Herbolzheim: Centaurus-Verlagsgesellschaft 2004 (Frauen in Geschichte und Gesellschaft 40); XI, 297 S.; 24,50 €; ISBN 3-8255-0485-9Diss. Hagen; Gutachter: P. Brandt, A. Kuhn. - Die Verankerung der Gleichberechtigung im Grundgesetz ist die wichtigste frauenpolitische Errungenschaft unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie ist maßgeblich auf den Einfluss der SPD-Politikerin und Juristin Elisabeth Selbert zurückzuführen. Die Bemühungen Selberts sollten jedoch nicht als Einzelleistung verstanden werden, vielmehr sind sie eingebettet in eine sozialdemokratische Frauenpolitik. Die Autorin analysiert die frauenpolitischen Konzepte und Vorstellungen der SPD zwischen 1945 und 1949. Sie zeigt auf, wie einerseits das Bewusstsein des Nationalsozialismus und andererseits die individuellen Möglichkeiten, durch politisches Engagement Bildungsbarrieren zu überwinden, die Auffassungen der frauenpolitischen Akteurinnen prägten. Dadurch wird die Verklammerung von persönlicher Biografie und politischer Haltung deutlich. Zudem wird herausgearbeitet, in welchem politischen Umfeld die frauenpolitischen Positionen und Leistungen der unmittelbaren Nachkriegszeit errungen wurden. Als Datengrundlage dienten Archivmaterialien sowie persönliche Interviews, die die Autorin zwischen 1995 und 1999 mit Politikerinnen aus der damaligen Zeit führte.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.331 | 2.36 | 2.313
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Heike Meyer-Schoppa: Zwischen "Nebenwiderspruch" und "revolutionärem Entwurf" Herbolzheim: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22580-zwischen-nebenwiderspruch-und-revolutionaerem-entwurf_25763, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 25763
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
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