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/ 21.06.2013
Them Do Kim

Globale Netzwerke als Gestaltungschance für internationale Politik. Eine Analyse des International Competition Network

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2009 (Europäische Hochschulschriften: Reihe XXXI, Politikwissenschaft 571); 253 S.; brosch., 45,50 €; ISBN 978-3-631-58881-9
Politikwiss. Diss. FernUni Hagen; Gutachter: G. Simonis, S. Lütz. – Ein zentrales Kennzeichen der Globalisierung sind Unternehmensübernahmen und grenzüberschreitende Fusionsprojekte. Diese sind mit zum Teil erheblichen wettbewerbs-, regulierungs- und gesellschaftspolitischen Herausforderungen für die betroffenen Nationalstaaten und die internationale Gemeinschaft verbunden. Bisherige Bemühungen im Bereich der Fusionskontrolle auf uni-, bi- und multilateraler Ebene seien „aus verschiedenen Gründen unwirksam geblieben“ (117) und würden nicht selten internationale Konflikte nach sich ziehen. Deshalb werden große Hoffnungen auf eine Internationalisierung der Wettbewerbspolitik durch internationale Kooperation und Netzwerkkoordination gesetzt. Ein solches globales Steuerungsinstrument stellt das im September 2002 in Neapel ins Leben gerufene globale Netzwerk der Wettbewerbsbehörden „International Competition Network“ (ICN) dar. Ausgehend von der Annahme, dass eine globalisierte Weltwirtschaft auch „globalisierte ordnungspolitische Regeln“ (15) benötigt, untersucht der Autor am Beispiel des ICN die Problemlösungsfähigkeit globaler Politiknetzwerke. Er versteht seine Arbeit dabei als empirische Überprüfung der Netzwerktheorie. Als Analyserahmen dienen ihm Kriterien der Effektivität und Legitimität. Im Ergebnis lässt sich die These, dass eine effektive Fusionskontrolle auf globaler Ebene nur durch globale Netzwerke gewährleistet werden könne, nicht beziehungsweise nur teilweise belegen. Insbesondere könne keine „hinreichende Legitimationsbasis für die Arbeitsleistung des ICN begründet werden“ (188). Zwar können globale Netzwerke auf der Ebene der Entscheidungsfindung erfolgreich sein und „im Rahmen der Global Governance einen begrenzten Beitrag zur Lösung leisten, sie können aber die Rolle des Nationalstaates nicht ersetzen, was die Umsetzung angeht“ (189).
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 4.43 Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Them Do Kim: Globale Netzwerke als Gestaltungschance für internationale Politik. Frankfurt a. M. u. a.: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/31092-globale-netzwerke-als-gestaltungschance-fuer-internationale-politik_36966, veröffentlicht am 21.10.2009. Buch-Nr.: 36966 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA