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/ 22.06.2013
Benjamin Haase

US-Wahl 2008: Die Wahlnacht im deutschen Fernsehen. Eine Analyse der Wahlberichterstattung von ARD, ZDF, RTL und SAT.1

Marburg: Tectum Verlag 2009; 105, XXX S.; pb., 24,90 €; ISBN 978-3-8288-2072-2
Diplomarbeit Duisburg-Essen; Betreuer: K.-R. Korte. – Präsidentschaftswahlen in den USA stellen ein Ereignis dar, das globale Aufmerksamkeit erregt. So haben in der Wahlnacht 2008 dementsprechend auch die vier quotenstärksten Sender im deutschen Fernsehen (ARD, ZDF, RTL, SAT.1) die Geschehnisse mit Live-Sendungen begleitet. Haase vergleicht ihre Wahlberichterstattung unter dem Blickwinkel zweier Leitfragen. Zunächst wird der journalistische Eigenanspruch der Sender betrachtet. Im Zentrum stehen dabei ausführliche Interviews mit den Moderatoren der Wahlsendungen. Als grundlegende journalistische Aufgabe wird von den Akteuren die Vermittlung der Eigenheiten des US-Wahlsystems und die damit einhergehende Einordnung der jeweiligen Ergebnisse betrachtet. Dies geht einher mit einem internen Wettbewerb der Sender, den Ausgang der Wahl so früh wie möglich prognostizieren zu wollen. In der zweiten Leitfrage setzt sich der Autor mit zu beobachtenden Trends der politischen Berichterstattung auseinander. Aus der aktuellen Debatte der politischen Kommunikationsforschung heraus benennt er die Personalisierung, Boulevardisierung, Dramatisierung und die journalistische Negativität als entscheidende Kategorien, die einer empirischen Analyse der Wahlsendungen zugrunde gelegt werden. Die Sender setzen nach seiner Erkenntnis in der Wahlnacht durchgehend auf eine stärker personalisierte Form der Berichterstattung, etwa durch Gesprächsrunden oder die zunehmende Befragung von Experten. Auch in der Dramatisierung zeigt sich eine senderübergreifend einheitliche Entwicklung, die sich sowohl in Sendetiteln wie etwa: „Machtkampf in Amerika“ als auch in der Zuspitzung auf Einzel/index.php?option=com_content&view=article&id=41317, wie die Rolle der Hautfarbe Obamas, zeigt. Die Boulevardisierung kann als Trend der Berichterstattung am Abend der Präsidentschaftswahl nicht eindeutig identifiziert werden, da nur eine geringe Anzahl entsprechender Sendeformen beobachtet werden konnte. Journalistische Negativität lässt sich dem Autor zufolge nicht als Trend bestätigen, da sich die jeweiligen Sendungen durch eine ausgeprägt positive Bewertung der Person Obamas auszeichneten.
Arne Arps (AA)
M. A., Doktorand der Politikwissenschaft, Universität Vechta.
Rubrizierung: 2.3332.222.64 Empfohlene Zitierweise: Arne Arps, Rezension zu: Benjamin Haase: US-Wahl 2008: Die Wahlnacht im deutschen Fernsehen. Marburg: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/32450-us-wahl-2008-die-wahlnacht-im-deutschen-fernsehen_38716, veröffentlicht am 08.07.2010. Buch-Nr.: 38716 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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