/ 20.06.2013
Robert Lessmann
Che Guevara
München: Diederichs 2006 (Diederichs kompakt); 95 S.; brosch., 6,90 €; ISBN 978-3-7205-2750-7Die Gnade des frühen Todes habe er mit anderen Pop-Legenden seiner Generation gemeinsam, schreibt Lessmann über Che Guevara, mit Janis Joplin und Jim Morrison, Jimmy Hendrix, aber auch mit Malcolm X und Martin Luther King. „Seine Anziehungskraft ist Ausdruck des nicht verstummenden Rufes nach einem modernen Utopia.“ (82) Aber eigentlich handelt es sich bei dieser Wahrnehmung nur um ein Che-Abziehbild und deshalb trennt Lessmann zwischen der Ikone und der historischen Person. Letztere wird, vor allem basierend auf anderen Biografien, als gewaltbereiter und gewalttätiger Mensch beschrieben, der seinen angelesenen Marxismus in eine scheiternde Wirtschaftspolitik umsetzte. Aber das Leben als Minister sei sowieso nicht sein Ziel gewesen: „Der Revolutionsexport im Rahmen einer Geopolitik der Befreiung war wohl immer das eigentliche Hauptanliegen des Internationalisten Che.“ (46). In ihrer inhaltlichen Ausrichtung unterscheidet sich diese Biografie nicht von anderen neueren Publikationen zum Thema. Positiv anzumerken ist, dass Lessmann trotz des begrenzten Buchumfangs dem zeitgeschichtlichen Kontext der Person und des Phänomens Che Guevara Platz eingeräumt hat.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.65 | 2.1
Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Robert Lessmann: Che Guevara München: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/25575-che-guevara_29666, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 29666
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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