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/ 19.06.2013
Matthias Möhring-Hesse

Die demokratische Ordnung der Verteilung. Eine Theorie der sozialen Gerechtigkeit

Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2004; 305 S.; kart., 29,90 €; ISBN 3-593-37492-7
Kath.-Theolog. Habilitationsschrift Münster. - In den neueren Debatten über soziale Gerechtigkeit haben Kriterien der Chancengleichheit eine erkennbar höhere Bedeutung als solche der Verteilungsgerechtigkeit. Von diesem Mainstream setzt sich der Autor deutlich ab. Ausgehend von der katholischen Sozialethik möchte er eine normative Theorie vorlegen, die - ohne soziale Gerechtigkeit auf Fragen der gesellschaftlichen Reichtumsverteilung zu reduzieren - Verteilungsgerechtigkeit als fundamentale Dimension der Beteiligungsgerechtigkeit ausweist. Weil „Verteilungsgerechtigkeit in erster Linie ein politisches Konzept ist“ (29), müssten derartige Bemühungen nicht nur theoretischen Ansprüchen genügen, sondern sich auch in konkreten politischen Diskussionen bewähren. Daraus ergibt sich für Möhring-Hesse eine ausdrückliche kontextuelle Begrenzung der Theorie auf die deutsche Situation. In Auseinandersetzung mit Hayek, Walzer und Kersting möchte der Autor zunächst plausibel machen, dass Verteilungsgerechtigkeit ein sinnvoller Gegenstand normativer Theorien ist. Der anschließende zweite Teil dient dann - bezogen auf die Verteilung von Einkommen, Vermögen und Arbeit - der Entwicklung der eigentlichen Theorie gerechter Reichtumsverteilung.
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.235.415.42 Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Matthias Möhring-Hesse: Die demokratische Ordnung der Verteilung. Frankfurt a. M./New York: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20703-die-demokratische-ordnung-der-verteilung_24147, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 24147 Rezension drucken
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