/ 05.06.2013
Wolfgang Fach
Die Hüter der Vernunft. Eine Einführung in das Ordnungsdenken
Opladen: Leske + Budrich 1999 (Grundwissen Politik 23); 128 S.; 29,80 DM; ISBN 3-8100-2140-7"Was hält das Gemeinwesen zusammen?" (9) Mit dieser Frage beschäftigt sich dieses Büchlein. Eine vorläufige Antwort darauf lautet: Vernunft. Nun stellt der Autor unterschiedliche Positionen zur Vernunft aus der politischen Ideengeschichte vor. Die Philosophen, welche hier angeführt werden, sind eben jene "Hüter der Vernunft", von denen der Titel spricht. Fach teilt sie dabei in drei Kategorien ein: Nachdem Gott und Religion nicht mehr als Grundlage menschlicher Ordnung funktionierten, versuchten Prediger (Mandeville, Hobbes, Franklin, Defoe, Kant) Vernunft auf moralischer Basis zu etablieren; nachdem diese Versuche an der Realität gescheitert seien, versuchten Architekten (Smith, Hegel, Mohl, Spencer) Vernunft in institutionellen Sicherungen zu bewahren. Dieser Ansatz sei ebenfalls gescheitert. Deshalb versuchten jetzt Therapeuten (Murray, Etzioni, Bellah, Luhmann, Baumann, Foucault), entweder eine völlig neue Fundierung der Vernunft zu finden, oder aber als "Hüter der Unvernunft" (122) wenigstens diese zu zähmen. Fachs Blick auf die Entwicklung des Gedankens der wohlgeordneten Gesellschaft ist ungewöhnlich, doch bietet er damit einen originellen Überblick über wichtige Figuren aus der Ideengeschichte. Da die einzelnen Abschnitte auch jeweils gut verständlich geschrieben sind und eng an den Originalquellen arbeiten, eignet sich das Buch auch gut als Einführungstext in die politische Theorie.
Markus Lang (ML)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 5.1 | 5.3
Empfohlene Zitierweise: Markus Lang, Rezension zu: Wolfgang Fach: Die Hüter der Vernunft. Opladen: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/6907-die-hueter-der-vernunft_9255, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 9255
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Dr., Politikwissenschaftler.
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