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/ 11.06.2013
Thomas Gnielinski

Die Reform des deutschen Staatsangehörigkeitsrechts. Eine Analyse und Bewertung der vorliegenden Gesetzesvorhaben

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 1999 (Schriften zum Staats- und Völkerrecht 83); XVIII, 208 S.; brosch., 79,- DM; ISBN 3-631-35221-2
Rechtswiss. Diss. Würzburg; Gutachter: D. Blumenwitz. - "Die Diskussion über das Staatsangehörigkeitsrecht [soll] von ideologischem Ballast befreit" und die "praktischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen" (3) vorgeschlagener Änderungen deutlich werden. Mit diesem Ziel zeichnet Gnielinski in einem Schnelldurchgang die historische Entwicklung der Staatsangehörigkeit seit den "frühen menschlichen Gesellschaften" (6) nach und erläutert ausführlich die rechtliche Ausgestaltung und Entwicklung des deutschen Staatsbürgerschaftsrechts seit dem 19. Jahrhundert. Im zweiten Teil stellt der Autor konkrete Gesetzentwürfe dar, die im Bundestag vertretene Parteien seit 1980 vorgelegt haben, und untersucht sie im Hinblick auf die darin formulierten Ziele. Zum Vergleich betrachtet Gnielinski das Staatsangehörigkeitsrecht in Belgien, Dänemark, Italien, Großbritannien, der Schweiz, Spanien und Frankreich. Er bezweifelt, "ob das angestrebte Hauptziel der gesellschaftlichen Integration durch die Verleihung der deutschen Staatsangehörigkeit erreicht oder zumindest gefördert werden kann" (191). Der Autor spricht sich eindeutig gegen die generelle Hinnahme von Mehrstaatigkeit aus, denn dies "wäre der gesellschaftlichen Akzeptanz nicht dienlich gewesen und hätte auch Probleme im Bereich der staatsbürgerlichen Mitbestimmung zur Folge gehabt" (192). Das inzwischen Gesetz gewordene Optionsmodell hält er demgegenüber für eine "denkbare Lösung" (192) des unbestrittenen Reformbedarfs. Aus dem Inhalt: 1. Die Staatsangehörigkeit und ihre Regelung in Deutschland; 2. Die angestrebten Reformen: B. Vorgetragene Gründe für die Reform; Exkurs: Das deutsche Ausländerrecht. 3. Völker- und verfassungsrechtliche Grundlagen einer Reform; 4. Die Rechtslage in den Nachbarstaaten; 5. Probleme mehrfacher Staatsangehörigkeit und ihrer Vermeidung: A. Auslandsschutz; B. Strafrecht; C. Das Rechtsinstitut Staatsangehörigkeit; D. Militärdienst; E. Bildung nationaler Minderheiten; F. Aushöhlung des Ordnungsfaktors Staatsangehörigkeit.
Julia von Blumenthal (JB)
Prof. Dr., Institut für Sozialwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin.
Rubrizierung: 2.352.324.1 Empfohlene Zitierweise: Julia von Blumenthal, Rezension zu: Thomas Gnielinski: Die Reform des deutschen Staatsangehörigkeitsrechts. Frankfurt a. M. u. a.: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/11109-die-reform-des-deutschen-staatsangehoerigkeitsrechts_13130, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 13130 Rezension drucken
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