/ 22.06.2013
Yongha Kim / György Széll (Hrsg.)
Economic Crisis and Social Integration
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2011 (Comparative Regional Integration Studies 1); VIII, 275 S.; 44,80 €; ISBN 978-3-631-62059-5Die hoch entwickelten Länder des nordatlantischen Raumes und Ostasiens stehen derzeit vor einer doppelten Herausforderung. Sie müssen Wege aus der Wirtschafts-, Finanz- und Schuldenkrise finden und sind gleichzeitig mit der Überalterung ihrer Gesellschaften, die mit einer zusätzlichen Belastung des Staatshaushaltes einhergeht, konfrontiert. Mit diesem Problemzusammenhang von Rezension, Staatsverschuldung und der Gefahr sozialer (Des-)Integrationsprozesse sowie der Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der getroffenen Gegenmaßnahmen vonseiten unterschiedlicher nationaler Regierungen beschäftigen sich in diesem Band Ökonomen, Soziologen und Politologen. Ihre Beiträge basieren auf Vorträgen einer Konferenz, die vom Korea Institute for Health and Social Affairs (KIHASA), einem politikberatenden Think Tank, organisiert und im Mai 2009 in Seoul abgehalten wurde. Die Autoren fragen, wie der Spagat zwischen ökonomischer Nachhaltigkeit und einer schichtenübergreifenden sozialen Teilhabe zu schaffen ist, d. h. eine gewisse soziale Sicherung zu garantieren, den nationalgesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und gleichzeitig eine nachhaltige Haushalts- und Steuerpolitik zu verwirklichen. Dass dieses Ziel in Zukunft schwer zu erreichen sein dürfte, zeigt der einleitende Artikel von David Stanton, der sich mit dem (Wirtschafts-)Krisenmanagement der Europäischen Union beschäftigt. Stanton warnt, dass die steigende soziale Ungleichheit durch die Schuldenkrise, in der sich viele Staaten befinden, forciert werde. Die Rettung des Bankensektors habe die Budgets der europäischen Staaten derart belastet, dass sie sich in Zukunft gezwungen sehen werden, die Ausgaben für Soziales drastisch zu kürzen. Das gelte nicht nur für die südeuropäischen Krisenstaaten, sondern auch für jene Staaten, die die Folgen der Finanzkrise bisher gut auffangen konnten. So mahnt Martin Seeleib-Kaiser beispielsweise, dass die Zukunft der deutschen Sicherungssysteme davon abhänge, ob die ökonomische Konkurrenzfähigkeit und das exportorientierte Wirtschaftsmodell aufrechterhalten werden können. Seine Diagnose lässt sich durchaus als Warnung interpretieren, dass es an der Zeit ist, zumindest probeweise über Alternativen zur Exportorientierung und zum Wachstumsparadigma nachzudenken.
Marius Hildebrand (HIL)
M. A., Politikwissenschaftler, Doktorand, Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.262 | 2.68 | 2.61 | 2.64 | 3.5 | 2.263 | 2.342
Empfohlene Zitierweise: Marius Hildebrand, Rezension zu: Yongha Kim / György Széll (Hrsg.): Economic Crisis and Social Integration Frankfurt a. M. u. a.: 2011, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/34804-economic-crisis-and-social-integration_41840, veröffentlicht am 03.05.2012.
Buch-Nr.: 41840
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M. A., Politikwissenschaftler, Doktorand, Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Universität Hamburg.
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