/ 20.06.2013
Christoph Müller (Hrsg.)
Gemeinde, Stadt, Staat: Aspekte der Verfassungstheorie von Hugo Preuß
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2005; 231 S.; brosch., 44,- €; ISBN 3-8329-1646-6Wenn Hugo Preuß heute als einer der Väter der Weimarer Reichsverfassung angesehen wird, so vernachlässigt diese Rezeption, dass sein wesentlicher Forschungsgegenstand die Stadt und die Gemeinde waren. Daher verwundert es nicht, dass sich alle Beiträge des Symposiums dem Thema der Urbanität widmen. Es kommen auch Autoren zu Wort, deren Arbeitsgebiete auf den ersten Blick nicht viel mit dem Juristen Preuß gemein haben. Wenn Nissen am mesopotamischen und Blickle am mittelalterlichen Beispiel zeigen, dass die Stadt dem Staat historisch vorausgeht, so haben diese historischen Erkenntnisse eine eminent verfassungstheoretische Dimension. Die Gemeindetheorie von Preuß erscheint nicht nur als historischer Gegenpart zum Deutschen Kaiserreich (Malinowski, Müller; Ohno zeigt dies sogar am Beispiel Japans), sondern als Infragestellung des heute fragwürdig gewordenen Souveränitätskonzepts (Paulson, Müller) überhaupt. Hier knüpfen die Beiträge von Mezzadra, Nawata und Llanque an, die aus unterschiedlichen Perspektiven die Frage aufwerfen, inwieweit Urbanität als politischer Lebensraum und Selbstverwaltung möglich ist.
Frank Schale (FS)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
Rubrizierung: 5.46 | 5.41 | 2.21 | 2.68 | 2.311
Empfohlene Zitierweise: Frank Schale, Rezension zu: Christoph Müller (Hrsg.): Gemeinde, Stadt, Staat: Aspekte der Verfassungstheorie von Hugo Preuß Baden-Baden: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/25482-gemeinde-stadt-staat-aspekte-der-verfassungstheorie-von-hugo-preuss_29555, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 29555
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
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