/ 21.06.2013
Astrid Kufer / Isabelle Guinaudeau / Christophe Premat (Hrsg.)
Handwörterbuch der deutsch-französischen Beziehungen
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2009; 245 S.; 24,- €; ISBN 978-3-8329-4807-8„Kann man die deutsch-französischen Beziehungen definieren? Welchen Bedingungen gehorchen sie?“ In 88 Beiträgen gehen deutsche und französische Nachwuchswissenschaftler diesen Fragen nach – ausgehend von einer historischen Einsicht: „Beide Einheiten gehen aus der Teilung des Reichs Karls des Großen hervor“ und seien, bedingt durch den engen wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Austausch, „lange Zeit kaum als unterschiedliche Herrschaftsgebiete zu identifizieren“ (13) gewesen. Wie sehr sich dies geändert habe, zeige sich auch daran, dass in der Gegenwart in beiden Sprachen höchst unterschiedliche Begriffe verwendet würden, um die Beziehungen zu beschreiben – im Deutschen spreche man von Partnerschaft und benutze technische Ausdrücke wie Motor, im Französischen dominierten emotionale Begriffe wie „amitié“ (Freundschaft) oder „couple“ (Paar). Die alphabetisch sortierten Beiträge, in denen auch diesen Wahrnehmungsunterschieden nachgegangen wird, lassen sich folgenden Themen zuordnen: Geschichte und Erinnerung an die Beziehungen; Institutionen und Bereiche der Zusammenarbeit aus den Bereichen Politik, Verteidigung und Wirtschaft; zivilgesellschaftliche Initiativen; Formen des kulturellen Austausches, Initiativen von Individuen sowie Hintergründe und Ursachen für fortbestehende Meinungsunterschiede und Missverständnisse. Die kurzen Aufsätze, die jeweils durch Angaben zu weiterführender Literatur ergänzt werden, haben einen Übersichtscharakter, wobei eher das Verbindende betont wird. In einigen Fällen, wie zum Beispiel im Beitrag „Philosophischer Gedankenaustausch“ wäre sicher ein anderer Betrachtungszeitraum als der vom 18. Jahrhundert bis zum Beginn der 30er-Jahre denkbar gewesen, auch der als Ergänzung zu lesende Artikel über „1968“ bietet zu wenig über einen zeitgenössischen intellektuellen Gedankenaustausch. Auffällig ist außerdem, dass es nur wenige personenbezogene Beiträge gibt – die deutsch-französische politische Biografie Daniel Cohn-Bendits beispielsweise hätte sicher mehr als einen versteckten Absatz ergeben können.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 4.2 | 4.21 | 4.22 | 2.61
Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Astrid Kufer / Isabelle Guinaudeau / Christophe Premat (Hrsg.): Handwörterbuch der deutsch-französischen Beziehungen Baden-Baden: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/31897-handwoerterbuch-der-deutsch-franzoesischen-beziehungen_38037, veröffentlicht am 01.04.2010.
Buch-Nr.: 38037
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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