/ 17.06.2013
Stefan Bauer
Polisbild und Demokratieverständnis in Jacob Burckhardts "Griechischer Kulturgeschichte"
Basel: Schwabe & Co AG 2001 (Beiträge zu Jacob Burckhardt 3); 271 S.; geb., 35,- €; ISBN 3-7965-1674-2Dieses Buch hält mehr, als sein etwas nüchterner Titel vermuten lässt. Bauer stellt Burckhardt umfassend in seiner Zeit und in seiner Zeitkritik dar, die sich dann zu einer Analyse seines Griechenlandbildes erweitert. Die Bedeutung auch für die politikwissenschaftliche Ideengeschichte kann man kaum überschätzen, denn es war "Burckhardt, der das eigentümlich 'Politische' der Polis für die Altertumswissenschaft entdeckte" (118). Erst mit der "Griechischen Kulturgeschichte" ist der Begriff der Polis in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Es passt dazu, dass Burckhardt gleichfalls als erster die Demokratie der Griechen als Prozess mit bestimmten strukturellen Formen und Linien, und nicht nur als eine Abfolge von Volksführern und Demagogen dargestellt hat (165). Bauer hat mit diesem Band herausgearbeitet, wie viel die sich mit der Antike beschäftigende Ideengeschichte Burckhardt zu verdanken hat, wie viele heutige Selbstverständlichkeiten erstmals von dem Basler Gelehrten entwickelt wurden.
Michael Dreyer (MD)
Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 5.31 | 5.33
Empfohlene Zitierweise: Michael Dreyer, Rezension zu: Stefan Bauer: Polisbild und Demokratieverständnis in Jacob Burckhardts "Griechischer Kulturgeschichte" Basel: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/16257-polisbild-und-demokratieverstaendnis-in-jacob-burckhardts-griechischer-kulturgeschichte_18663, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 18663
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Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
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