/ 06.06.2013
Eberhard Bohne / Charlie Karlsson (Hrsg.)
Repositioning Europe and America for Growth. The Role of Governments and Private Actors in Key Policy Areas
Berlin: Lit 2010 (Transatlantic Public Policy Series 5); V, 367 S.; 19,90 €; ISBN 978-3-643-10776-3Beim gemeinschaftlichen Regieren gehen öffentliche Instanzen und Bürger eine Symbiose ein, bei der die Kompetenzen der Bürger zur Selbstorganisation in Verwaltungs- und Regierungsprozesse mit einbezogen werden. Auf diese Weise soll die Zufriedenheit der Bürger vergrößert und Gelder der öffentlichen Hand eingespart werden. Die Autoren diskutieren verschiedene Modelle des Kooperativen Regierens und vergleichen diese mit etablierten Top-down-Modellen in Bezug auf ihre Effektivität. Dies geschieht mit dem Ziel, Europa und die USA zukunftsfähig zu machen. Im Zentrum ihrer Analyse stehen gesellschaftliche und wirtschaftliche Schlüsselsektoren in den Bereichen Technologie und Innovation, Energie, Finanzen, Gesundheit und Rentensysteme. Bohne und Karlsson erörtern eine spezifische Form des gemeinschaftlichen Regierens im Gesundheitsbereich, die Co-Produktion, am Beispiel eines schwedischen Krankenhauses. Dort gab es für Patienten lange Wartezeiten, die dazu führten, dass sich ihre Beschwerden verschlimmerten und sich anschließende Krankenhausaufenthalte verlängerten. Auch das klinische Personal hatte das Gefühl, dass einige der an den Patienten angewandten Prozeduren keine Wirkung zeigten oder deren Zustand verschlechterten. Aufgrund des Gesundheitssystems würden den Patienten bestimmte Handlungsmuster aufgezwungen, die an ihren eigentlichen Bedürfnissen vorbeigingen. Um Abhilfe zu schaffen, wurden die Strukturen innerhalb eines Kooperationsprozesses dahingehend verändert, sodass die wirklichen Bedürfnisse der Patienten individuell ermittelt und in Zusammenarbeit mit seinem sozialen Umfeld und dem Team des Krankenhauses umgesetzt wurden. Die Autoren bilanzieren, dass Gesundheitssysteme die Beiträge, die Patienten zu leisten imstande seien, oft dramatisch unterschätzten. Sie folgern, dass die Integration kooperativer Modelle wie dem der Co-Produktion zu einer entscheidenden Verbesserung der jeweiligen Dienstleistung bei gleichzeitiger Kostenersparnis führen könne.
Marinke Gindullis (MG)
Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 4.43 | 3.5 | 2.61 | 2.64 | 2.262 | 2.263
Empfohlene Zitierweise: Marinke Gindullis, Rezension zu: Eberhard Bohne / Charlie Karlsson (Hrsg.): Repositioning Europe and America for Growth. Berlin: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/9144-repositioning-europe-and-america-for-growth_39778, veröffentlicht am 06.04.2011.
Buch-Nr.: 39778
Inhaltsverzeichnis
Rezension drucken
Politikwissenschaftlerin.
CC-BY-NC-SA