/ 21.06.2013
Richard Albrecht
Völkermord(en) Genozidpolitik im 20. Jahrhundert
Aachen: Shaker Verlag 2006 (Berichte aus der Rechtswissenschaft); 182 S.; 24,80 €; ISBN 978-3-8322-5055-3Albrecht ist Sozialwissenschaftler, er habilitierte sich im Fach Politikwissenschaft und ist Herausgeber des Online-Magazins „rechtskultur.de“ für Menschen- und Bürgerrechte. Der Autor diskutiert die Genozidpolitik im 20. Jahrhundert unter der Leitfrage von Völkermord- und Genozidverhinderung. Zunächst definiert er die Begriffe und setzt sich mit den theoretischen Arbeiten hierzu auseinander. Sodann werden Genozid und Völkermord „als staatlich geplantes und organisiertes Menschheitsverbrechen“ am Beispiel der Vernichtung der Armenier im Osmanischen Reich während des Ersten Weltkriegs erläutert – Albrecht spricht vom „Armenozid“ (36). Diesen bezeichnet er als „‚Prototyp’ staatlich geplanter und organisierter genozidaler oder Völkermordhandlungen“ (97). Außerdem erinnert er an die koloniale Vernichtungspraxis in Deutsch-Südwestafrika zu Beginn des 20. Jahrhunderts sowie an die antiserbische Genozidpolitik im kroatischen Ustascha-Staat des Zweiten Weltkriegs, den „Serbozid“ (71). Abschließend fordert er dazu auf, ein „Frühwarnsystem“ (131) zu entwickeln, damit Völkermordtendenzen rechtzeitig identifiziert und bereits im Vorfeld verhindert werden können.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.25 | 2.63 | 2.61 | 4.1 | 2.31
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Richard Albrecht: Völkermord(en) Aachen: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/26549-voelkermorden_30947, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 30947
Inhaltsverzeichnis
Rezension drucken
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
CC-BY-NC-SA