/ 21.06.2013
Victoria Knebel
Preserve and Rebuild. Dresden during the Transformations of 1989-1990. Architecture, Citizens Initiatives and Local Identities
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2007 (Gesellschaften und Staaten Im Epochenwandel 13); 203 S.; pb., 39,- €; ISBN 978-3-631-55954-3Soziolog. Diss. Edinburgh; Gutachter: D. McCrone. – Die Autorin analysiert den Transformationsprozess 1989/1990 in Dresden anhand der architektonischen Rekonstruktion der Stadt. In diesem Zusammenhang geht Knebel der Frage nach, inwieweit sich die ostdeutsche Identität in den Bauten und in der öffentlichen Diskussion über diese widerspiegelt. Gebäude stellten a priori keine Identitätssymbole dar, doch gehörten die betreffenden Bauwerke entweder der Stadt Dresden oder dem Land Sachsen und damit auch der Öffentlichkeit, sodass sie von öffentlichem Interesse seien. Viele Bürger der Stadt würden sich mit den symbolhaften Bauten identifizieren, da sie über Jahrzehnte deren kriegsbedingte Zerstörung sowie den anschließenden Wiederaufbau beobachtet hätten. Nach einer Zusammenfassung des Forschungsstandes und der angewandten Methoden gibt die Autorin einen Überblick über die Geschichte der Stadt bis hin zur Bedeutung der Bauwerke für die Menschen nach dem zweiten Weltkrieg. Daraufhin beschäftigt sie sich näher mit der Phase der Transformation zum Ende der 80er-Jahre, bevor sie konkret auf zwei der bekanntesten Baumaßnahmen eingeht: den Wiederaufbau der Dresdener Frauenkirche und die Konstruktion der Waldschlösschenbrücke. Hierbei greift sie vor allem die einheitsstiftende Wirkung der Frauenkirche sowie die öffentliche Debatte über die Errichtung der Brücke auf. Pläne, diese Brücke zu konstruieren, hätten schon seit den 30er-Jahren bestanden. Als sie jedoch in den 90er-Jahren in die Tat umgesetzt werden sollten, spaltete dieses Vorhaben die Menschen in zwei Lager. Knebel zeigt auf, worin die Argumente der Befürworter und der Gegner der Brücke begründet lagen und welchen Einfluss die Diskussion auf die mehrheitlich vertretene Meinung der Bevölkerung hatte. Abschließend wird kurz auf den Stellenwert der Nostalgie für die Identitätsfindung eingegangen. Die Arbeit stellt eine interessante Auseinandersetzung mit Fragen und Kontroversen über nationale Identität anhand prominenter deutscher Fallbeispiele dar.
Maren A. Kreutler (geb. Becker) (MAB)
M. A., Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 2.315 | 2.325
Empfohlene Zitierweise: Maren A. Kreutler (geb. Becker), Rezension zu: Victoria Knebel: Preserve and Rebuild. Frankfurt a. M. u. a.: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/28089-preserve-and-rebuild_33022, veröffentlicht am 28.03.2008.
Buch-Nr.: 33022
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M. A., Politikwissenschaftlerin.
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