/ 20.06.2013
Klaus Hugler / Hans Diefenbacher (Hrsg.)
Adolf Damaschke und Henry George - Ansätze zu einer Theorie und Politik der Bodenreform
Marburg: Metropolis-Verlag 2005; 180 S.; 19,80 €; ISBN 3-89518-496-9Der deutsche Pädagoge Adolf Damaschke (1865-1935) war ein umstrittener Sozialreformer, dessen Ideen deutlich durch die ökonomischen Konzepte des US-Amerikaners Henry George beeinflusst waren. Der stark durch ein christliches Weltbild geprägte Damaschke engagierte sich auch politisch und kämpfte Zeit seines Lebens für eine Bodenreform, die einen sozial gerechten Zugang zum gesellschaftlichen Reichtum ermöglichen sollte. Diese Idee setzte er auch praktisch um – eines seiner Projekte, die Siedlungsgenossenschaft Eden-Oranienburg in Berlin, besteht in veränderter Form noch heute. Während Damaschke zu Lebzeiten populär war, ist sein Gedankengut heute kaum noch bekannt, wohl auch deshalb, weil Teile seiner Konzepte von den Nationalsozialisten aufgegriffen wurden. Die Verfasser geben einen Einblick in Leben und Werk des vergessenen Reformers, verdeutlichen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu den Vorstellungen seines amerikanischen Vorbildes und diskutieren die Relevanz seiner Ideen für moderne Gesellschaften. Angesichts der globalen ökologischen Probleme sei die Idee einer gemeinwohlorientierten Nutzung natürlicher Ressourcen bis heute unvermindert aktuell, so die Verfasser.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.311 | 2.22 | 2.64 | 5.43 | 5.46
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Klaus Hugler / Hans Diefenbacher (Hrsg.): Adolf Damaschke und Henry George - Ansätze zu einer Theorie und Politik der Bodenreform Marburg: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24187-adolf-damaschke-und-henry-george---ansaetze-zu-einer-theorie-und-politik-der-bodenreform_27863, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 27863
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
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