/ 18.06.2013
Jeannette Michelmann
Aktivisten der ersten Stunde. Die Antifa in der Sowjetischen Besatzungszone
Köln/Weimar/Wien: Böhlau Verlag 2002; 401 S.; geb., 44,90 €; ISBN 3-412-04602-7Diss. Weimar; Gutachter: L. Niethammer, H.-W. Hahn. - Die Autorin untersucht, wie die sowjetische Besatzungsmacht und die Remigranten der Exil-KPD auf die antifaschistischen Ausschüsse und Komitees reagierten, die sich im April und Mai 1945 spontan gebildet hatten und den Besatzungstruppen ihre Zusammenarbeit anboten. Die Ausschüsse hatten bereits auf eigene Initiative hin begonnen, die Nationalsozialisten aus den Stadtverwaltungen zu vertreiben und zumindest in Ansätzen deren Arbeit übernommen. Ähnlich wie in den westlichen Besatzungszonen wurden diese antifaschistischen Ausschüsse auch in der SBZ schnell wieder aufgelöst, da eine deutsche Selbstverwaltung unmittelbar nach Kriegsende unerwünscht war. Den Mitgliedern der aufgelösten Ausschüsse wurde eine Mitarbeit in den Verwaltungen, in den wenig später gegründeten Parteien und in den neuen Stadtausschüssen angeboten. Michelmann zeigt, dass mit diesem Integrationsangebot der Druck verbunden war, sich der Politik der aus Moskau zurückgekehrten Kommunisten unterzuordnen.
Inhaltsübersicht: I. Deutschlandpolitische Planungen der Sowjetunion und der Führung der Exil-KPD; II. Gruppe Ulbricht; III. Die Arbeit der Gruppe Ackermann oder die Eroberung des sächsischen "Königreiches"; IV. Die Antifa im Niemandsland und im "westlichen" Teil der SBZ; V. Gruppe Sobottka.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.314 | 4.22
Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Jeannette Michelmann: Aktivisten der ersten Stunde. Köln/Weimar/Wien: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17619-aktivisten-der-ersten-stunde_20302, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 20302
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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