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/ 20.06.2013
Lothar Fritze / Thomas Widera (Hrsg.)

Alliierter Bombenkrieg. Das Beispiel Dresden

Göttingen: V&R unipress 2005 (Berichte und Studien 50); 153 S.; 16,80 €; ISBN 978-3-89971-273-5
Der 60. Jahrestag der Bombardierung Dresdens war Anlass, sich des Ereignisses mit einer Tagung des Hannah-Arendt-Institutes für Totalitarismusforschung im Januar 2006 zu erinnern. Politikwissenschaftliche Aspekte kommen dabei nur am Rande vor, der Schwerpunkt liegt auf der Darstellung der Ereignisse. Darüber hinaus wird auch die Entwicklung des strategischen Bombenkrieges im 20. Jahrhundert geschildert. Ein Zeitzeuge, Götz Bergander, erzählt von der Wahrnehmung der Zivilbevölkerung: Lethargie und Überlebenswille, gepaart mit zunehmender Müdigkeit und stoischem Phlegmatismus gegenüber dem Erlebten hätten das tägliche Leben der Menschen in den Städten geprägt. Widera schildert, wie Erinnerungen durch NS- und SED-Propaganda vorgezeichnet wurden. Erst nach 1989 konnten die Dresdener sich verstärkt als Opfer fühlen, wie dies in Teilen der deutschen Gesellschaft mittlerweile wieder verbreitet ist. Ursache und Wirkung werden dort anders empfunden. Vor dem Hintergrund der bis zum Zweiten Weltkrieg sozusagen als Common Law empfundenen Regeln für den Krieg und Regeln im Krieg erscheint der strategische Bombenkrieg nun noch mehr als eine Perversion der „Kriegskunst“. „Moralphilosophische Betrachtungen“ wie sie Lothar Fritze am Schluss des Bandes formuliert, verstellen den Blick für das Grauen und den politischen Zweck des Bombenkrieges.
Heiner Möllers (HMÖ)
Dr., Oberstleutnant, Dezernent für Historische und Politische Bildung, Luftwaffenamt, Köln.
Rubrizierung: 2.312 Empfohlene Zitierweise: Heiner Möllers, Rezension zu: Lothar Fritze / Thomas Widera (Hrsg.): Alliierter Bombenkrieg. Göttingen: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/25627-alliierter-bombenkrieg_29733, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 29733 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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