Skip to main content
/ 11.06.2013
Simone Ladwig-Winters

Anwalt ohne Recht. Das Schicksal jüdischer Rechtsanwälte in Berlin nach 1933

Berlin: be.bra verlag 1998; 239 S.; geb., 59,90 DM; ISBN 3-930863-41-3
Verglichen mit anderen großen Städten besaß Berlin in den frühen dreißiger Jahren bei weitem die größte Zahl von Anwälten in der Republik. Davon waren im Frühjahr 1933 über die Hälfte jüdischer Herkunft. Anhand dieser Gruppe untersucht Ladwig-Winters Ablauf, Mechanismen und Auswirkungen der Ausgrenzung und des Ausschlusses dieser Berufsgruppe aus dem öffentlichen Leben durch die Nationalsozialisten. Zu diesem Zweck wurde ein Verzeichnis (fast) sämtlicher als jüdisch eingestufter Anwälte erstellt. Es nimmt den größten Raum des Buches ein. In ihm sind Kurzbiographien der Rechtsanwälte, teilweise mit Photographien, versammelt. Diese Liste allein zeichnet ein grausames Bild. Kaum eine Seite, auf der nicht die meisten Todesdaten mit "k. A." oder "verschollen" und dem Namen eines Konzentrationslagers bezeichnet sind. Ein Projekt wie dieses dient damit auch als Denkmal, indem es verhindert, daß die Opfer des Nationalsozialismus dem Vergessen anheimgegeben werden. Gefördert wurde die Studie von der Rechtsanwaltskammer Berlin. Inhaltsübersicht: Jurisprudenz in der Weimarer Republik; Die Ausgrenzung nach der Machtübergabe; Das weitere Schicksal der jüdischen Anwälte; Biographisches Verzeichnis der Berliner Rechtsanwälte jüdischer Herkunft.
Markus Lang (ML)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.312 Empfohlene Zitierweise: Markus Lang, Rezension zu: Simone Ladwig-Winters: Anwalt ohne Recht. Berlin: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/9942-anwalt-ohne-recht_11726, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 11726 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA