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/ 11.06.2013
Leonore Scholze-Irrlitz / Karoline Noack (Hrsg.)

Arbeit für den Feind. Zwangsarbeiter-Alltag in Berlin und Brandenburg (1939-1945)

Berlin: be.bra verlag 1998; 152 S.; brosch., 29,90 DM; ISBN 3-930863-46-4
Materialreicher Aufsatzband zu einer Ausstellung über Zwangsarbeit der Forschungsgruppe des Instituts für Europäische Ethnologie und der Landesstelle für Berlin-Brandenburgische Volkskunde der Humboldt-Universität zu Berlin. Inhalt: Helmut Bräutigam: Entwicklungslinien des "Ausländereinsatzes" in Berlin. "Arbeiterbeschaffung" und erste Fremdarbeiter in Berlin (8-14). Das organisatorische Rückgrat an der Peripherie der Reichshauptstadt: Leonore Scholze-Irrlitz: Am Ende der Idylle. Das Durchgangslager für Zwangs- und Fremdarbeiter in Berlin-Wilhelmshagen (14-27); Thomas Kochan: Topographie der möglichen Begegnungen. Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterlager in der Erinnerung der deutschen Anwohner (28-34). Rassenideologie und Kriegswirtschaft im Widerspruch: Gisela Wenzel: Vergessene Lager - vergessene Opfer. Spurensuche in der Tschechischen Republik und der GUS (35-44); Julia Verse: Der Zwangsarbeitereinsatz in Rüdersdorf. "Super-Zement" für den Krieg - Holzbaracken für das Leben (45-52); Karoline Noack: Alltag und Machtverhältnisse in einem Rüstungsbetrieb. Die "Gesellschaft für elektroakustische und mechanische Apparate m. b. H." (Gema) (53-64). Alltag im Ausnahmezustand: Andrea Wekenborg: Lagerleben und Hierarchien in Anweisungen und Erlassen. Die Pragmatik der Reglementierung ausländischer Arbeitskräfte (65-72); Martin Garstecki: Polnische Zwangsarbeiter im Spiegel historischer Dokumente. Die Reglementierung des Alltagslebens durch Behörden und Polizei in Brandenburg (73-88); Kolja Fuchslocher: "Ich hab Berlin in Schutt und Asche fallen sehn". Der Alltag der Fremd- und Zwangsarbeiter im Luftkrieg (89-102); Annette Just: "Als ich schrieb, habe ich geweint, weil ich die ganze Kindheit und Jugend hinter Stacheldraht verbracht habe.". Erinnerungen ukrainischer Frauen und Männer an ihre Zwangsarbeit in Berlin-Köpenick (103-114). Ausblick: Steffen Müller-Rockstroh: "Wie es dort ablief, und was dort ablief, da drang nichts raus.". Die Wahrnehmung von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern durch die Bevölkerung (115-120); Martin Garstecki: Ein unfreiwilliger Aufenthalt. Das Erinnern ehemaliger französischer Zwangsarbeiter (121-126); Claudia Heine: "Ich habe immer ehrliche Arbeit gemacht." Das Schicksal Vojtech Fialas, Tschechien (127-134); Leonore Scholze-Irrlitz: Václav Zanda: Wohnen im Lager der AMBI-BUDD Werke in Berlin-Johannisthal. Eine Fotodokumentation (135-139); Laurenz Demps: Das Thema Zwangs- und Fremdarbeit in der DDR-Historiographie. Eine Skizze (140-145). Anhang: July Sollmann: Zwei Lebensberichte ehemaliger ukrainischer Zwangsarbeiter (146-151).
Kaspar Nürnberg (KN)
M. A., Historiker, Geschäftsführer des Vereins Aktives Museum, Berlin.
Rubrizierung: 2.3122.35 Empfohlene Zitierweise: Kaspar Nürnberg, Rezension zu: Leonore Scholze-Irrlitz / Karoline Noack (Hrsg.): Arbeit für den Feind. Berlin: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/9943-arbeit-fuer-den-feind_11727, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 11727 Rezension drucken
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