/ 20.06.2013
Stephan Heinrich
Auf dem Weg in einen Überwachungsstaat? Informationssicherheit und Kontrolle in offenen Kommunikationsnetzen
Marburg: Tectum Verlag 2004; 149 S.; 25,90 €; ISBN 3-8288-8597-7Der Einsatz von Computern in fast allen gesellschaftlichen Teilbereichen hat zu neuen Problemen und Bedrohungen geführt. Neben Fragen des Datenschutzes und den geringen Möglichkeiten, verbotene Inhalte zu bekämpfen, liegen diese vor allem in technischen Angriffen auf die Netze, die deren Funktionsfähigkeit beeinträchtigen oder zerstören können. Dementsprechend fordern auch die Sicherheitsbehörden weitgehende Kontroll- und Zugriffsrechte auf Daten und Strukturen. Der Autor untersucht exemplarisch die sich über drei Jahre (1998-2001) hinziehenden Verhandlungen zur Telekommunikationsüberwachungs-Verordnung. Er analysiert, welche Akteurskonstellationen und welche Konfliktlinien zu beobachten waren und fragt, inwieweit die Ergebnisse der Verhandlungen eher durch technische Entwicklungen als durch politische Wertorientierungen beeinflusst wurden. Dabei kommt er zu dem Ergebnis, dass zunehmend neue Akteure an den Verhandlungen beteiligt und neue Aushandlungsformen zu konstatieren seien. Mittelfristig sei mit einem Policy-Wandel zu rechnen.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.343
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Stephan Heinrich: Auf dem Weg in einen Überwachungsstaat? Marburg: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22947-auf-dem-weg-in-einen-ueberwachungsstaat_26213, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 26213
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
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