/ 21.06.2013
Panajotis Kondylis
Aufklärer ohne Mission. Aufsätze und Essays. Hrsg. von Falk Horst
Berlin: Akademie Verlag 2007; XI, 198 S.; hardc., 39,80 €; ISBN 978-3-05-004316-6Kondylis, durch seine originellen und scharfsinnigen Analysen zur Philosophie-, Ideen- und Sozialgeschichte in Fachkreisen renommiert, konnte aufgrund seines frühen Todes 1997 sein Hauptwerk, die dreibändige Sozialontologie, nicht beenden. Die Autoren dieses Bandes präsentieren einige - nicht alle - der wichtigsten Arbeiten des immer noch unterschätzten Theoretikers. So stellt Andreas Cser das erst kürzlich in Deutsch erschiene Erstlingswerk „Machiavelli“ (1971) sowie seine Arbeit über Montesquieu von 1996 vor, Eberhard Straub widmet sich der Konservatismusstudie von 1986 und Wolfgang Schuller diskutiert einzelne Beiträge Kondylis' zum Marxismus. Zum Verständnis der theoretischen Position bieten sich vor allem die beiden Aufsätze des Herausgebers und der Beitrag von Falk Horst an, der Kondylis' kürzlich wieder aufgelegtes methodisches Schlüsselwerk „Macht und Entscheidung“ von 1984 analysiert. In diesen Aufsätzen und dem einleitenden Vortrag von Reinhart Koselleck werden sowohl das Programm des „deskriptiven Dezisionismus“ und die anthropologischen Prämissen von Kondylis als auch seine Abgrenzung von der Sprachwissenschaft sowie der traditionellen Ideen- und Sozialgeschichte deutlich.
Frank Schale (FS)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
Rubrizierung: 5.46 | 5.42 | 5.43 | 5.32 | 5.33
Empfohlene Zitierweise: Frank Schale, Rezension zu: Panajotis Kondylis: Aufklärer ohne Mission. Berlin: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/27431-aufklaerer-ohne-mission_32139, veröffentlicht am 03.12.2007.
Buch-Nr.: 32139
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
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