Skip to main content
/ 21.06.2013
Wolfgang Benz

Ausgrenzung, Vertreibung, Völkermord. Genozid im 20. Jahrhundert

München: Deutscher Taschenbuch Verlag 2006; 190 S.; kart., 10,- €; ISBN 978-3-423-34370-1
Das 20. Jahrhundert – im Sinne von Eric Hobsbawm als „Zeitalter der Extreme“ beschrieben – sah, wie Micha Brumlik es formulierte, eine geradezu unwahrscheinliche Ballung von Leid, Tod und massenhaftem Mord: konkret von „Ausgrenzung, Vertreibung, Völkermord“ (Titel). Das gilt besonders für die Oktoberpogrome 1905 in Russland, den Herero-Aufstand in Deutsch-Südwestafrika, den Völkermord an den Armeniern, den zum „Holocaust“ führenden Antijudaismus und Antisemitismus, den Völkermord an Sinti und Roma, die Zwangsmigration von Volksdeutschen, die Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg, aber auch für die 90er-Jahre mit ihren – obgleich durch die UN-Konvention vom 9. Dezember 1948 geächteten – Genoziden auf dem Balkan, in Kambodscha und in Ruanda. Am Anfang standen dabei zumeist gesellschaftliche Ausgrenzungen. Wie und warum sie zum Genozid führten, entfaltet Benz, Zeithistoriker und Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung an der TU Berlin, überzeugend. Der Band ist aus zumeist verstreut publizierten Einzelbeiträgen und Vorträgen der letzten Jahre entstanden. Er belegt in anschaulicher Weise, was Eric Hobsbawm über das 20. Jahrhundert resümierte: Es „war ohne Zweifel das mörderischste von allen, über die wir Aufzeichnungen besitzen“ (Buchrücken).
Klaus Kremb (KK)
Dr., Oberstudiendirektor, Wilhelm-Erb-Gymnasium Winnweiler, Lehrbeauftragter, Fachgebiet Politikwissenschaft, TU Kaiserslautern.
Rubrizierung: 4.424.12.252.3112.3122.622.632.67 Empfohlene Zitierweise: Klaus Kremb, Rezension zu: Wolfgang Benz: Ausgrenzung, Vertreibung, Völkermord. München: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/27207-ausgrenzung-vertreibung-voelkermord_31807, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 31807 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA